Inhaltsübersicht
1 Einleitung
2 Herkunft der Herren von Dahn
3 Geschichte der Dahner Burgen
3.1 Der Bau der Dahner Burgen
3.2 Ersterwähnung der Dahner Burgen
3.3 Erbstreit vom Jahr 1327/1328
3.4 Sponheimer und Grafendahn (1339)
3.5 Zerstörung Alt-Dahn (1372)
3.6 Anfang des 15. Jahrhunderts
3.7 Pfandburg Grafendahn (1424-1432)
3.8 Brand auf Alt-Dahn (1426)
3.9 Pfalzgraf und Grafendahn (1468)
3.10 Dahner Burgen 1464-1512
3.11 Die Sickinger Fehde (1525-1544)
3.12 Grafendahn und Fleckenstein (1544-1641)
3.13 Dahner Burgen 1551-1571
3.14 Ludwig II. der letzte Dahner (1561-1603)
3.15 Freiherren von Waldenburg (1641/52-1793)
4. Besitzungen der Herren von Dahn
5. Ämter der Herren von Dahn
6. Tägliches Leben auf den Dahner Burgen
7. Die Fehden der Herren von Dahn
8. Literaturverzeichnis
Besitzungen A-Z
Albersweiler (Albrechtsweiler)
Altdorf
Aschbach
Barr
Beinheim, Burg und Ort
Bellenheim (= Bellheim w Germersheim?)
Berstheim
Birlenbach
Bitschhofen
Bleierhausen (Bleyer-)
Blumenstein
Bobenthal a.d. Lauter
Böchingen, Burg
Böhl-Iggelheim
Breuschwickersheim
Bruchweiler
Buchsweiler (Bouxwiller, Bas-Rhin)
Burrweiler (Bubenweiler)
Buthin (Bütten, Buthen)?
Dahn, Ort
Dambach
Dannstadt
Deidesheim/Ruppertsberg
Dieptal siehe Deidesheim
Dirmstein
Drachenbronn (Trachenburg)
Drachenfels
Dürkheim
Durningen
Duttweiler
Enssheim (= Ensheim ö Saarbrücken?)
Epfig
Erfweiler
Ergersheim
Essingen
Fesselnheim (= Fessenheim le Bas?)
Fischbach
(Groß-)Fischlingen
Flemlingen
Frankenberg siehe Scharfeneck
Freisen
Frönsberg, Burg (Froensbourg)
Geisberg, Burg
Germersheim
Geroldseck am Wasichen
Gleisweiler (Glyßwyler)
Godramstein
Görsdorf (Gerlingersdorf)
Grafendahn, Burg
Greffendorf
Groß-Geroldseck
Gundheim
Gunstett (Gunstelle)
Hagenau
Hagenbach
Hainfeld
Harxheim
Hattmatt
Hauenstein
Heiligenberg
Helfenstein, Burg (sö Bitche)
Hennweiler
Hermannsweiler (Hermerswiller)
Herrnsheim (?)
Hinterweidenthal
Hirsbach
Hohenburg
Iggelheim siehe Böhl-Iggelheim
Ingmarsheim
Ingolsheim
Jägershofen (Jegershofen)
Kallenfels siehe Stein-Kallenfels
Kappellen, die beiden
Kestenholz (Chatenois)
Keyttenberg (Keidenbourg)
Kindenheim (Kunden-, Kündenh.)
Kirchweiler
Klein-Arnsberg
Klein-Geroldseck
Köngernheim (?) siehe Kyhngeinheim
Krafftstatt
Kropsburg, Burg
Kyhngeinheim
Lampertsloch
Landau
Lindre
Lobsann
Lonebuch (= Lüneburg bei Burg Sulz?)
Lupstein
Lutersheim
Madenburg
Matzenheim
Maursmünster (Marmoutier)
Meisenthal
Memmelshoffen (Meimoltzhofen)
Modern (= Ober-Modern?)
Monsheim (Munsheim)
Monzingen
Mulersheim
Neunhoffen
Neuweiler (Nehwiller bei Woerth?)
Niederbronn (Niederbronn les Bains)
Nordhausen
Nünschweiler
Nussdorf
Oberehnheim (Obernai)
Oberkutzenhausen (Kutzenhausen le Haut)
Obernai siehe Oberehnheim
Oberrödern
Ober-Schaeffolsheim
Obersheim
Obersteinbach
Ohlungen
Osthofen (Osthoffen)
Pfaffenhofen
Pirminsgezug
Pleisweiler (Bleis-, Blischweiler)
Preuschdorf
Reitscheid
Retschweiler (Retschwiller)
Rhaunen
Rheingönnheim
Ringendorf (Rinckendorf)
Roschbach
Roxheim
Rumbach (Runbach)
Ruppertsberg siehe Deidesheim
Ruprechtsau
Rußheim
Saareck, Burg
Schalckendorf
Scharfeneck (Frankenberg), Burg
Schindhart
Schönenburg (Schoenenbourg)
Schwabweiler (Schwabwiller)
Seebach
Siegen
Speyer
(Stein-)Kallenfels
Steinwenden
Straßburg
Stundweiler (Stundwiller)
Sulz (Soultz Haut-Rhin)
Sulz (Soultz sous forets)
Sulzbach
Talheim
Tannenberg a.d.B.
Trifels
Uhlweiler (Uhlwiller)
Unter-Wasigenstein
Urbach/Zweibrücken
Uttelnsheim (= Uttenheim sw. Straßburg?)
Valur (?)
Vendenheim
Vickesbach
Walsheim
Waltenheim
Wangenburg
Wartenstein
Wasigenstein (Unterwasigenstein)
Wasselnheim (Wasselonne)
Weiden
Weinheim
Weißenburg (Wissembourg)
Weitbredich
Wernersberg
Werspach
Wörth (Woerth)
Wolfisheim
Wolxheim
4 Die Besitzungen und Ämter der Herren von Dahn
Die Ritter von Dahn gehörten zu den bedeutenden Adelsfamilien des Wasgaus. Dahner Familienmitglieder wurden von Königen, Herren, Bischöfen und Städten mit einflussreichen Posten betraut und waren mit fast allen wichtigen niederadligen Familien des Landes verwandt oder verschwägert.
Die Dahner gehörten aufgrund ihres beachtlichen Eigenbesitzes (Allod), ihrer beachtlichen Lehengüter und der Verfügungsgewalt über zahlreiche Burgen zu den wohlhabenden pfälzischen Adligen. Sie trug Lehen von Königen, Herzögen, Erzbischöfen, Bischöfen, Klöstern und Abteien sowie hochgestellten Herren der näheren und weiteren Umgebung. (28)
Nachstehend sind die Lehensherren und die Hauptlehensorte sowie das Jahr der Erstnennung des Lehens (in Klammern) angegeben:
König und Reich | Burg Gundheim (1311) |
Herzöge von Lothringen | Rechte bei Neu-Dahn (1285) |
Erzbischöfe von Köln | Burg und Herrschaft Sulz (1351) |
Erzbischöfe von Trier | Burg Wartenstein (1426) |
Erzbischöfe von Mainz | Nussdorf (1369) |
Markgrafen von Baden | Kestenholz (1431) |
Hochstift Speyer | Burg Alt-Dahn (1327), Neu-Dahn (1285), Tannstein (1338) |
Domkapitel Speyer | Weinheim. Vogtei (1268) |
Hochstift Worms | Roxheim und Dirmstein (1511) |
Grafen von Eberstein | Pleisweiler (1275) |
Grafen von Zweibrücken(-Bitsch) | Steinweiler, Rußheim, Kindenheim (1308) |
Grafen von Veldenz | Diverse (1417) |
Grafen von Hanau-Lichtenberg | Burg Sareck (1421) |
Herren von Ochsenstein | Groß-Fischlingen (1483) |
Herren von Rappolttstein(-Hohenack) | Birlenbach, Drachenbronn (1298) |
Herren von Fleckenstein | Schoenenburg bei Sulz (1432) |
Herren von Rathsamhausen | Nordhausen |
Kloster Hornbach | Godramstein (1269) |
Abtei Weißenburg | (?) (29) |
Kloster Andlau | (?) (30) |
Vom Pfalzgrafen bei Rhein hatten die Dahner keine Lehen. Ulrich III. von Dahn verdingte sich 1488 dem Pfalzgrafen Philipp lediglich als Gefolgsmann. Ähnliche Mann-schaften gingen Dahner Ritter 1291 mit den Grafen von Zweibrücken, ca. 1300 mit den Herren von Rappoltstein, 1318 mit der Abtei Weißenburg und 1399 mit den Bischöfen von Speyer ein.
Die gesellschaftliche Bedeutung der Herren von Dahn wird dadurch unterstrichen, dass sie selbst über einen kleinen Lehenhof verfügten, dem Ritter- und Herrenfamilien, "Privatpersonen" und kirchliche Einrichtungen angehörten. Als Lehensleute der Dahner bezeugt sind etwa die Ritter von Flomersheim (1265), die Ritter von Altdorf (1279), die Ritter von Mosbach (1281), die Herren von Windstein (1285), die Herren von Müllenheim (1453) und Greifenstein (1453) sowie die Abtei Weißenburg (1353), einige Burgmannen auf Burg Sulz (1433) und ein gewisser Hans Bruotz (1461).
Die Verwandtschaftsbeziehungen der Dahner waren weit verzweigt. Die Liste der betroffenen Familien liest sich wie das Who-is-who des pfälzischen Niederadels. Verwandtschaftliche Beziehungen bestanden zu den Familien Annweiler, (31) Bayer von Boppard, Blick von Lichtenberg, Dirnberg, Eichen, Fleckenstein, Geroldseck, Groschlag, Helmstadt, Hunyngen, Kämmerer von Worms, Kogenheim, Kropsburg, Landschad von Steinach, Langenau, Lewenstein, Lupfen, Lützelburg, Matzenheim, Meckenheim, Metri, Mosbach, Pfau von Rietburg, Puller von Hohenberg, Roist von Wers, Schauenburg, Schwarzenberg, Seebach, Sötern, Stafford, Stein-Kallenfels, Ursela, Utenheim, Warsberg, Wasigenstein, Wasselnheim, Westhausen, Winckenthal, Windeck, Windstein und Zeiskam.
Die aus den verwandtschaftlichen Beziehungen herrührenden Besitzverflechtungen konnten im Rahmen dieser Abhandlung nicht näher untersucht werden. Bei der Zusammenstellung des Grundbesitzes der Dahner wurden auch die Wittumsgüter, solche Güter also, die Dahner Töchter von ihren Ehemännern als Ausstattung bzw. Witwengut bekamen, nicht berücksichtigt, obwohl sich aus diesen Gütern durchaus dauerhafte Besitzrechte des Dahner Stammes ergeben konnten. Die bekannt gewordenen Wittumsgüter tauchen aber alle in späteren Zeiten nicht mehr im Dahner Besitz auf, blieben also offensichtlich bei den Familien der Ehemänner.
Bei der nachstehenden Aufstellung ist zu berücksichtigen, das sie fast ausschließlich auf der Auswertung der Dahner Überlieferung beruht. Spezialuntersuchungen in den einzelnen Ortschaften können durchaus noch weitere Befunde erbringen.
Die jeweiligen Belege zum nachstehenden Besitzverzeichnis sind den Regesten zu entnehmen.

