Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

3.11 Burg Tanstein und die Sickinger Fehde (1525-1544)

Heinrich XIII. von Dahn zu Tanstein war ein Anhänger Franz von Sickingens.(26) Nach dem Tod des vom Adel befehdeten Unruhestifters und der Zerstörung seiner Burgen gingen die Truppen Pfalzgraf Ludwigs V. bei Rhein, des Trierer Erzbischofs Richard von Greiffenclau und des Landgrafen Philipp von Hessen daran, auch die Burgen seiner Helfershelfer zu brechen. So erschien ein großes Heer im Jahr 1525 auch vor Burg Tanstein. Da man den Speyerer Bischof Georg als Eigentümer des Tansteins nicht verärgern wollte, blieb die Burg vor einer Zerstörung bewahrt. Heinrich XIII. musste sie aber kampflos übergeben. Der Trierer Erzbischof nahm den Tanstein in Besitz und hielt die Bischofsburg viele Jahre besetzt.(27)
Als Christoph I. von Dahn zu Neu-Dahn 1533 starb, übernahm Bernhard I. von Alt-Dahn auch diese Burg. Als dann auch Heinrich XIII. von Dahn zu Tanstein aus dem Leben schied, er wird 1536 als verstorben bezeichnet, bekam Bernhard I. auch das Sagen auf Burg Tanstein, obwohl diese immer noch von Trierer Amtleuten und Burgmannen besetzt gehalten wurde. Unermüdliche Versuche des Dahners, den Tanstein von Kurtrier zurückzuerhalten, brachten zunächst keinen Erfolg.
Erst nach dem Tod Bernhards I. von Dahn 1542 gab Kurtrier am 3.5.1544 Burg Tanstein an das Haus Dahn zurück. Jetzt konnte der Speyerer Bischof die drei Lehensburgen an Bernhards Erben vergeben. Burg Tanstein wurde zunächst am 3.5.1544 zur Hälfte seinem Sohn Hans III. Jakob (aus erster Ehe mit Agatha von Schauenburg) sowie zur anderen Hälfte treuhänderisch dem Wolfgang Wickersheim, Amtmann in der Pflege Kochersberg, übergeben. Der Amtmann war als Vormund der unmündigen (Halb-)Brüder, Reinhard I., Philipp II. und Simon II. Wecker (aus Bernhards I. zweiter Ehe mit Sophia Kress von Kogenheim) eingesetzt worden.
Am 15.11.1544 wurde von einem Schiedsgericht der Besitz bis in kleinste Detail aufgeteilt: Hans III. Jakob erhielt Burg Tanstein, seine Halbbrüder Reinhard I., Philipp II. und Simon II. Wecker kamen in den Besitz der Burg Alt-Dahn sowie der Hälfte der Burgen Geisberg und Birlenbach. Ihr Vetter Christoph II. der Junge, der Sohn des 1533 verstorbenen Christoph I. von Dahn, wurde Herr auf Burg Neu-Dahn sowie auf den anderen Hälften der Vesten Geisberg und Birlenbach. Die zu den Burgen gehörenden Güter und Einkünfte im sog. Dahner Lehen sollten mittels eines Losverfahrens unter den Erben aufgeteilt werden. Diese Aufteilung, die Cun Eckbrecht von Dürkheim, Amtmann in Kaiserslautern, und die Dorfvorstände der betroffenen Ortschaften ausarbeiteten, war kompliziert und nahm Jahre in Anspruch.
Die unglückliche Verstrickung Heinrichs XIII. von Dahn in die Sickinger Fehde hatte für die Dahner Familie katastrophale Folgen. Heinrich, der seine Burg und ihre Einkünfte für lange Zeit verlor, war ruiniert, aber auch für seine Brüder und ihre Erben hatte die Fehde in finanzieller Hinsicht verheerende Folgen. Seit 1525 häuften sich die Verpfändungen und Verkäufe von Besitzungen und Rechten, nahm die Verarmung des einst reichen Geschlechtes seinen Lauf.