Bildquelle
Die Photos wurden freundlicherweise von Steffen Bergner zur Verfügung gestellt.
7.2. Die Niederlegung der anderen saarbrückischen Burgen
Zu der Frage, welche Burgen noch von der Strafaktion des Kaisers betroffenen gewesen sein könnten meint Karl Schwingel, eine der drei unbekannten Burgen mit einer Wasserburg in Saarbrücken identifizieren zu können, die den Markt geschützt haben soll.(179) Tillmann nennt in diesem Zusammenhang die Burg Wiebelskirchen bei Ottweiler.(180) Ruppersberg verweist auf die Burg Quierschied und auf mögliche Festen auf dem Stromberg (Kaninchenberg) und auf dem Halberg. Auch die Burg Mühlenbach bei Numborn ist mit der Zerstörung 1168 in Verbindung gebracht worden, ebenso die Burg (Blies-) Mengen.(181) Neben diesen reinen Vermutungen scheint sicher, dass eine der 1168 zerstörten Burgen die von den Saarbrückern auf Klingenmünsterer Kirchengut um die Mitte des 11. Jahrhunderts in eine Wehranlage des 9./10.Jahrhunderts hinein gebaute Turmburg Schlössel gewesen ist.(182) Decker(183) nimmt in Klingenmünster eine vielleicht seit den Zeiten Herzog Ottos von Kärnten-Worms bestehende salische Vogtei an, die Heinrich IV. dann seinen saarbrückischen Gefolgsleuten übertragen habe.(184) Es ist anzunehmen, dass die Klingenmünsterer Kirchenvogtei spätestens in der Amtszeit Erzbischof Adalberts I. in den Einflußbereich der Saarbrücker geraten ist,(185) und dass sich dieser auf den Vogtsitz, das Schlössel ausgedehnt hat. Somit wäre 1168 der saarbrückische Vogtsitz auf dem Schlössel das Angriffsziel des Kaisers gewesen.(186) Auch in Klingenmünster ging es dem Staufer nicht um eine Verdrängung der Saarbrücker, sondern um die Betonung seiner Schutzherrschaft über das Kloster. Sobald seine obervogteiliche Stellung sichergestellt war, ermöglichte er es um 1200, anstelle der alten und unbrauchbar gewordenen Anlage des Schlössels nun Burg Landeck als Reichsburg zu errichten.(187) Die Saarbrücker konnten in der neu definierten Stellung als Lehnsmannen in ihren Rechten verbleiben.(188) Die Saarbrücker wurden vor allem auf solchen Positionen geschädigt, für die sie keinen oder nur umstrittene Rechtstitel hatten.(189) Die Betonung der obervogteilichen Stellung durch die Staufer ist in Worms und Speyer, vielleicht auch in Limburg zu beobachten. Während die Saarbrücker bis 1174 das königlich-staufische Lehen, die Wormser Hochstiftsvogtei verloren, ohne allerdings ihren Rechtsanspruch darauf aufzugeben, scheinen sie das Burggrafenamt in Worms behalten zu haben.(190) In Speyer lief die Reihe der edelfreien Vögte mit dem Leitnamen Ekbert allmählich aus.(191) Ihr letzter Vertreter Graf Ekbert d.J. war mit Gräfin Ida von Madenburg verheiratet,(192) die ihre rechtlichen Ansprüche an der Madenburg bis zu ihrem Tode gegenüber den Staufern behaupten konnte.(193) Die Nachfolge in den vier Ämtern, Grafenamt im Lutramsforst, Burggrafenamt, Stadt- und Hochstiftsvogtei traten nach 1163 bischöfliche Ministerialen an.(194) Auch in Limburg scheinen die Saarbrücker die Klostervogtei verloren zu haben.(195) Den Saarbrückern verblieben aber zahlreiche Gerechtsame, wie z.B. die Mainzer Kirchenvogteien von St. Peter, St. Nikomedes, St. Viktor,(196) St. Alban und Altenmünster(197) und St. Lambert.(198)
1 Seite >zurück >weiterblättern


