Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

7. Die Brechung des Steinenschlosses durch Friedrich I.

Stumpf des Bergfrieds

Der Einfluss der Grafen von Saarbrücken reichte von der Saar bis in die Bischofsstädte am Rhein. Graf Simon I. (1135-1182) war im Besitz der Mainzer Vogteien St. Viktor, St. Peter und wohl auch St. Alban, er war 1143 Vogt in dem mainzischen Kloster Disibodenberg,(167) vom Hochstift Speyer hielt er die Vogteien der Klöster St. Lambrecht und Hornbach, ebenso wie die staufische Vogtei des Klosters Limburg. Er war Schirmvogt des Wormser Hochstiftes und zugleich Praefekt in der Stadt.(168) Dank der flexiblen Territorialpolitik des Grafen Simon I. hatte das Haus Saarbrücken seine größte Machtfülle erreicht. Nach dem Scheitern der Pläne Pfalzgraf Konrads, sich gegenüber dem Kölner Erzstift eine eigene Stellung in den Städten des Mittelrheins und im Moselgebiet aufzubauen, verlagerte sich der Schwerpunkt der pfalzgräflichen Politik an den Mittel- und Oberrhein. Hier kollidierte die politische Neuorientierung mit den lehns- und vogteirechtlichen Stellungen der Grafen von Saarbrücken. Dank der schwindenden kaiserlichen Protektion für das Haus Saarbrücken, gewann der Pfalzgraf Konrad rasch entscheidende Positionen in den Landschaften der Rheinebene vor der Bergstraße und in Teilen des Odenwaldes und stieg bis 1167 zu einem wichtigen Eckpfeiler der staufischen Macht auf.(169) Nachdem Pfalzgraf Konrad politisch auf die Seite seines Bruders eingeschwenkt war verlagerte sich das Schwergewicht der staufischen Bemühungen im heutigen Pfälzer Wald auf die Reichs- und Hausgutpolitik.