Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

6. Die Reichslandpolitik Kaiser Friedrichs I. um Lautern

Blick auf das Palasgebäude

6.1. Der Ausgleich der Grafen von Saarbrücken mit dem Kaiser

Nach der kämpferischen Phase, die maßgeblich durch Erzbischof Adalbert I. bestimmt war, schienen die Grafen Sigebert und Friedrich von Saarbrücken noch vor dem Tod ihres Bruders und vor dem Ausgleich mit Lothar III. mit den Staufern, ihren Oberlehnsherren, Frieden geschlossen zu haben.(138) Adalbert I. dagegen verfolgte den Kaiser weiterhin mit unversöhnlichem Haß. Nach dem Scheitern seiner Pläne südlich von Mainz, verlagerte sich seine Politik in die östlichen und nördlichen Teile des Erzstiftes. Zwischen 1130 und 1135 heiratete Agnes, die Tochter Graf Friedrichs von Saarbrücken den Stauferherzog Friedrich II. von Schwaben, den Vater Friedrich Barbarossas.(139) Mit der Beschreitung eigener, vom 'großen Bruder' unabhängiger politischer Wege begann eine weitere Phase des Erwerbs von Rechten und Besitzungen durch die Saarbrücker und eine Stabilisierung ihrer Machtverhältnisse am Rhein unter dem Königtum der Staufer. Die Vorgänge sind im Einzelnen nur mühsam zu verfolgen. Die neuen Gerechtsamen sind meist erst im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts in den Händen der Saarbrücker nachzuweisen. Es läßt sich also kaum feststellen, in welcher Phase der Saarbrücker Politik und auf welche Weise sie an die Familie gekommen sind.(140) Der Erfolg ihrer politischen Aktivitäten zeigt sich schon daran, dass es mit Unterstützung Herzog Friedrichs gelang, im Jahre 1137 den Bruder der Agnes, Adalbert II. auf den Mainzer Bischofsstuhl zu bringen.(141) Anzeichen der verbesserten Beziehungen zwischen Grafenhaus und Staufern ist auch die Rückgabe der Madenburg an das Bistum Speyer bzw. das Reich. Dort hielt ein Burgverwalter Einzug.(142)