Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

4.3.2 Das Reichsland

Aufgang zur Burg

Eine Abgrenzung des hornbachisch-saarbrückischen Einflussbereiches und des Gebietes des Lauterer Königshofes im Bereich des sog. Holzlandes und Lauberwaldes nördlich des Steinenschlosses lässt sich für die Zeit des frühen 12. Jahrhunderts nur aus späteren Quellen rückschließen und vermag demzufolge kaum zu befriedigen.(86) Verfolgt man in dieser Weise die Entwicklung der in unmittelbarer Nähe der Burg gelegenen Gemarkung Waldfischbach, so müsste man das Holzland mit den Orten Waldfischbach, Geiselberg, Heltersberg, Schmalenberg, Schopp, Steinalben schon im frühen 12. Jahrhundert zum Reichsland zählen; für diese Annahme kann aber kein Beweis erbracht werden. Auch der Lauberwald, südlich des Moosalbbaches, der mit der Grenzlinie Waldfischbach-Schmalenberg-Burg Wilenstein- Leimen an die nördliche Grenze der Speyerer Diözese stieß, kann erst später definitiven Besitzverhältnissen zugeordnet werden.(87) Mit dem Wechsel des Lauberwaldes um 1174/1179 aus dem Besitz der Grafen von Saarwerden, an das Kloster Eußerthal (88) wurde der Übergang an das Bistum Speyer bereits eingeleitet, aber erst unter Bischof Konrad von Scharfenberg vollzogen, da Konrad als Bischof von Speyer und Metz die beiderseitigen Interessen in Einklang bringen konnte.(89)
Das Steinenschloss lag wohl genau im Schnittbereich der verschiedenen Interessensphären; die herrschaftsausweitende Funktion des Burg in das Reichsland Lautern hinein (90) und seine Aufgabe als Bindeglied und Etappenstation zwischen Bliesgau und Rheinebene wird klar ersichtlich. Die spätere Nachricht,(91) dass der südlichste Punkt des Reichslandes der Ort Fehrbach gewesen sein soll, könnte eine Gegenbewegung der Reichsgewalt bedeutet haben, die das Steinenschloss später in seinen Einflussbereich einbezog, während die Ostgrenze des Reichsgebietes mit den Orten Schorlenberg - Burg Beilstein - Fehrbach sich im südlichen Bereich jahrhundertelang an alte Grenzlinien zur Diözese Speyer und zum Speyergau anlehnte.(92)