Bildquelle
Die Photos wurden freundlicherweise von Steffen Bergner zur Verfügung gestellt.
4.2. Der Zeitpunkt der Entstehung
Die Aktivitäten des Vogtes Hermann lassen sich nicht direkt mit einer Bautätigkeit in Verbindung bringen; alle Anzeichen sprechen aber dafür, dass der Bau des Steinenschlosses in der Spätzeit des Speyerer Bischof Johanns und der Zeit des Kompetenzgerangels in der Hornbacher Vogtei erfolgt sein muß. Als Bauzeit der Anlage, die wohl in einem Zug erfolgt ist, kann man unter Berücksichtigung der nach Antonow errechneten Vorgaben vergleichbarer Anlagen die Zeit zwischen 1103 und 1107 annehmen.(75) Während der Bischof seine Entvogtungspolitik vor Augen hatte, die Grafen und König gleichermaßen treffen sollte, mußte dem König in erster Linie daran gelegen sein, die Saarbrücker von dem strategisch so wichtigen Bereich des Steinenschlosses am Südrand des Lauterer Reichsbesitzes fernzuhalten. Der Bau des mächtigen und heute noch Residenzcharakter ausstrahlenden Steinenschlosses könnte eines der Signale gewesen sein, die Heinrich IV. veranlaßten, neben dem Ausbau des Reichslandes um Alzey, das das Erzstift Mainz an einem Vordringen nach Süden hinderte, nun auch die Konsolidierung des Reichsbesitzes um Lautern ins Auge zu fassen, um ein weiteres Vordringen der Saarbrücker zu verhindern. Spätestens zu diesem Zeitpunkt mußten die Anzeichen einer die Politik des Reiches zumindest berührenden Aktivität der Saarbrücker zu Tage getreten sein. In Hornbach selbst konnte Heinrich keinen Einfluß mehr auf die Vogteiverhältnisse nehmen, nachdem er sie dem Bischof anheimgestellt hatte. Und auch eine Entvogtung ist dem Speyerer Bischof nicht gelungen.(76) Die Familie des Vogtes Hermann ist entweder kurz nach 1100 ausgestorben,(77) oder die Vogtei kam zur Zeit Bischof Brunos von Saarbrücken (1107-1123) an seinen Bruder Friedrich.(78) Allgemein wird in der Forschung eine Erbfolge von Gisela, der Tochter und Erbin des Vogtes Hermann zu ihrem Ehemann Friedrich von Saarbrücken angenommen.(79) Spätestens ab 1135 jedenfalls lagen die Vogteirechte in Hornbach in den Händen der Saarbrücker.(80)
Der Bau des Steinenschlosses durch die Saarbrücker erfolgte in einem Raum, der den Grenzbereich verschiedener Machtsphären beinhaltete. Es soll im Folgenden versucht werden, die Herrschaftsbereiche im Umfeld der Burg näher zu beschreiben, um von da aus die Burgen- und Reichslandpolitik der Staufer zu betrachten, in deren Verlauf das Steinenschloss schließlich wieder zerstört worden ist.
1 Seite >zurück >weiterblättern


