Bildquelle
Die Photos wurden freundlicherweise von Steffen Bergner zur Verfügung gestellt.
3. Die antisalische Opposition auf den Reichsburgen Trifels und Madenburg
Heinrich IV. hatte Graf Sigebert I. schon deshalb so nachhaltig gefördert, weil er sich der Unterstützung einer Familie versichern wollte, die nach sozialem Status und politischer wie wirtschaftlicher Macht nunmehr in der Lage war, die Bewahrung der salischen Besitzungen und Rechte im Gebiet des heutigen Pfälzer Waldes zu gewährleisten. In erster Linie sollte die Familie dabei als Gegengewicht zur Opposition elsässischer und lothringischer Familien dienen, die sich im Zuge der reichsgeschichtlichen Auseinandersetzung zu dieser Zeit gebildet hatte.(23) Am Beispiel der Vorgänge um den Trifels und die Madenburg wird im Folgenden zu sehen sein, dass die Saarbrücker Grafen bereits zu diesem Zeitpunkt Kontakte zu den antisalischen Kreisen gehabt haben dürften. Der spätere Besitzanspruch des Saarbrücker Grafen und Mainzer Erzbischofs Adalbert auf den Trifels und die Madenburg rührt aus dieser Zeit her. Und gerade die Beziehungen zu den oppositionellen Kreisen um Trifels und Madenburg könnten den Jahre später erfolgenden Bau des Steinenschlosses möglich gemacht haben. Führende Vertreter der Adelsopposition gegen Heinrich IV., unter ihnen Graf Hugo VII. von Egisheim, planten im Jahre 1076 auf der Reichsburg Madenburg (Parthenopolis) über das politische Vorgehen gegen den vom Papst gebannten Kaiser zu beratschlagen. Die Reichsburg Madenburg, die vielleicht damals schon teilweise dem Speyerer Bischof gehörte,(24) war demnach fest in der Hand der Opposition.(25) Vielleicht waren an diesen Vorgängen bereits Diemar von Trifels und Konrad von Mörlheim beteiligt.(26) Dieser Diemar, der sich nach dem Trifels nannte(27) und somit 'Besitzer' die Reichsburg war,(28) wird erstmals im Jahre 1081 genannt, als er die Reichsburg dem in seinen Augen 'unrechtmäßigen' salischen Herrscher verweigert, ähnlich wie dies bei der Madenburg zu vermuten ist. Er übergab 1081 sein Erbgut in Zuzenhausen bei Sinsheim/Baden in die Hände seiner Verwandten (nepos) Herrn Meginlach von Obrigheim und Herrn Gerhard von Oberacker mit der Maßgabe, das Gut nach seinem Tode an das Kloster Hirsau weiterzureichen. Sodann vermachte er weitere Güter verschiedenen nicht näher bezeichneten Kirchen und überantwortete zum Schluß den hier erstmals genannten Trifels Hermann von Salm, dem von seiner Partei aufgestellten Gegenkönig.(29) Die Tatsache, dass Diemar von Trifels die Burg an den in seinen Augen rechtmäßigen König übergab, unterstrich ihren Status als Reichs- bzw. Reichslehnburg, deutete aber auch auf eine differenzierte Auffassung von Reichs- und Hausgut hin, die den Trifels nicht als entfremdetes Hausgut ansah, sondern ihn als Reichsgut in die Hände des 'rechtmäßigen' Königs legen wollte.
1 Seite >zurück >weiterblättern


