Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: M, Rheinland-Pfalz Zuletzt aktualisiert: 19.05.2005

Mühlheim

Die Templerburg in Mühlheim ist (fast) völlig verschwunden

Das Frauenkloster in Mühlheim (Mullen) soll Anfang des 12. Jahrhunderts (erstmals genannt 1167) von Erkenbert, dem Stifter des Klosters Frankenthal, gegründet und mit Augustiner-Chorfrauen besetzt worden sein. Bis 1272 waren die Grafen Emich IV. und Friedrich II. von Leiningen als Lehnsherren sowie Ritter Eberhard von Ehrenberg als Lehnsträger Inhaber der Vogtei des in der Wormser Diözese gelegenen Gotteshauses. Doch es hatte vor allem mit dem Ehrenberger Streit gegeben hatte, weil dieser sich u.a. die resectio viarum, den Schlagbaum, die Schranke also und die Grenzwehr des Osthofener Wegeabschnitts angemaßt hatte: So übertrug Bischof Eberhard I. von Worms im Jahr 1272 den Templern (seit 1269 in Mühlheim genannt) das Eigentum und die Verwaltung der Klostergüter zu Mühlheim. Sie sollten fortan für Nahrung und Unterhalt der Klosterfrauen und der außerhalb lebenden Ritter sorgen. Die Ordensburg oder das Kommendehaus der Templer, soll nach Beckenbach im Jahr 1215 erbaut worden sein. Nach Wagner lag die Templerburg direkt an der Schleifgasse und war der Begräbnisplatz der Templer. Nach den 1865 noch teilweise vorhandenen Grundmauern hatte die Ordensburg eine Länge von 114 Fuß und eine Breite von 66 Fuß. Die Grundmauern, die zum Teil auf hölzernen Rösten standen, waren 7-8 Fuß tief und 5 Fuß dick. Die Grundmauern des Klosters wurden in den 1830er Jahren ausgebrochen. Von diesem Gebäude findet sich heute an der angegebenen Stelle keine Spur mehr, auch aus der schriftlichen Überlieferung sind keine weiterführenden Hinweise zu entnehmen. Bei einer Begehung des Geländes fand sich etwas weiter westlich am Seebach, in den ehemaligen “Hof des Ritters von Mühlen“ eingebaut, ein starker, aus dicken Quadern gebildeter Mauerteil. Für ein Hofgebäude viel zu mächtig, könnte es sich bei diesen Steinen um letzte Reste der alten Ordensburg gehandelt haben. Ob die Steine noch in situ liegen oder hier in Zweitverwendung eingesetzt wurden, ließ sich schon wegen des starken Bewuchses nicht feststellen. Der Templerorden wurde im März 1312 durch den französischen König Philipp IV. der Schöne (1285-1314) mit der eher erzwungenen Zustimmung des Papstes Clemens V. (1305-1314) aufgehoben. Die Ordensgüter wurden zum größten Teil dem Johanniterorden zugewiesen.

Quellen: Wagner 1854-65; Beckmann 1954, S.11

Von: (sg)