Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: R, Sachsen Zuletzt aktualisiert: 17.10.2005

Rabenstein/Sachsen

Westlich von Chemnitz

Am Rande der Stadt Chemnitz steht die Burg Rabenstein, eine der kleinsten noch erhaltenen mittelalterlichen Burgen Sachsens. Die unregelmäßige Anlage auf einem ovalen Grundriß lag einst an der alten Straße Chemnitz-Altenburg und ist durch einen Wassergraben geschützt.
Als Erbauer der Burg gilt Hugo von Wartha, der die Burg m 1170 errichtet haben soll. Die Herrschaft Rabenstein entstand in dem sich Mitte des 12. Jahrhunderts formenden Reichsgutbezirks Pleißenland. Erstmals schriftlich erwähnt wird der Rabenstein im Jahr 1301. Im Jahre 1331 befand sich der Rabenstein wahrscheinlich weiterhin im Besitz der Waldenburger. Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Burg und Herrschaft im Jahre 1375 durch Johann von Waldenburg und seine Söhne an das Kloster zu Chemnitz kam es 1386 zur sogenannten Rabensteiner Fehde. Die Burg, vor 1483 durch Brand zerstört und vermutlich unter Abt Caspar von Meckau teilweise wiederhergestellt, verfiel nach Aufhebung des Klosters.
Aus der "Gasse zum Rabenstein", die sich unmittelbar an der Burg befand, entstand die spätere Gemeinde Oberrabenstein, während sich im Waldhufendorf Stein vor 1548 die Familie von Carlowitz niederliess, Bauerngüter erwarb und so das Rittergut Niederrabenstein errichtete. 1619 erwarb Hans Georg von Carlowitz das Vorwerk mit der Burg und die Rabensteiner Gasse als Rittergut Oberrabenstein, durch Erbfall gleichzeitig das Rittergut Niederrabenstein.
Bis 1774 verblieb Burg und Rittergut Oberrabenstein im Besitz des Geschlechts, während das Rittergut Niederrabenstein seit 1686 verschiedenen Besitzern gehörte. Mit dem Jahre 1774 gingen Burg und Rittergut Oberrabenstein in bürgerlichen Besitz über. Der Chemnitzer Kaufmann Johann Georg Siegert liess Wirtschaftsgebäude errichten, die Burganlage renovieren sowie um 1776 das Herrenhaus erbauen. Nach verschiedenen Besitzerwechseln verfiel die Burg immer mehr und musste 1942 aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Im Anschluss an umfangreiche Wiederherstellungsmassnahmen 1955/56 wurde 1959 in der Burg ein Museum eingerichtet, in dem sich die Besucher mit der Geschichte der Burg vertraut machen können.
Die unregelmässige Anlage der Burg Rabenstein bestand ursprünglich aus Unter- und Oberburg; letztere bildete den ältesten Kern. Nur der Bergfried und der zweigeschossige Ostflügel sind erhalten geblieben. Ober- und Unterburg waren nur im Norden und Süden von einem Wassergraben umgeben. An den Wassergraben schloss sich eine 1,50 m starke Ringmauer an, die dem Schutz der gesamten Anlage diente. Im Süden war eine größere Gebäudegruppe mit dem sogenannten Torhaus nach der Grabenseite hin vorgelagert.

Von: (sg)