Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: P, Bayern Zuletzt aktualisiert: 17.10.2005

Pottenstein/Fränkische Schweiz

Östlich Gößweinstein

Die 1000jährige Burg Pottenstein thront auf einem hoch aufragenden Dolomitfelsen über dem romantischen Felsenstädtchen im Naturpark Fränkische Schweiz. Neben einer gut erhaltenen Burganlage des 16. Jahrhunderts mit mittelalterlicher Substanz bietet sich dem Besucher im Burggarten ein herrlicher Blick über Stadt und Landschaft.
Pfalzgraf Botho von Kärnten nannte sich 1070 comes de Pottensteine; der Bau der Burg scheint also kurz vorher erfolgt zu sein. Die Steinquader stammen aus dem schon von den Römern benutzten Steinbruch in St. Margareten im Burgenland und wurden über die weite Strecke von 50 km zur Burg transportiert. Sie war ursprünglich zur Sicherung des Gebietes zwischen Obermain und Pegnitz gedacht. Mangels männlicher Erben hatte Botho die Burg noch vor seinem Tod (1104) der Bamberger Kirche übergeben. Bischof Otto I. von Bamberg hielt sich zweimal - 1118 und 1121 - auf der Burg auf. 1128 wurde Pottenstein von dem staufischen Herzog Friedrich von Schwaben, dem Vater Kaiser Friedrich Barbarossas (1152-1190), überfallen. Während der Staufer den Ort niederbrannte, scheint er die Burg verschont zu haben. Zwischen 1114 und 1365 ist ein Bamberger Ministerialengeschlecht auf der Burg nachgewiesen, das sich nach der Burg nannte. Der Ort Pottenstein, schon vor 1323/27 mit Stadtrechten ausgestattet, war Sitz eines Bamberger Amtes mit ausgedehntem Hochgerichtssprengel.
1525 besetzten und plünderten aufständische Bauern die Burg, doch konnten die Bürger Pottensteins den Abbruch verhindern. Bei der Beschießung und Einnahme durch markgräfliche Truppen am 18. Mai 1553 entstand enormer Sachschaden.
Im Jahr 1749 zog der bambergische Oberamtmann von der Burg in die Stadt. Danach diente die Burg als Getreidespeicher und verfiel immer mehr. Mauerteile westlich der Kemenate stürzten 1779 zu Tal, worauf die Mauer fast gänzlich abgerissen werden mußte. Weitere Mauerteile wurden 1785 und 1812 abgetragen. Zwei Nebengebäude auf der Südseite der oberen Burg mußten 1785 abgebrochen werden. 1801 wohnte dort nur noch ein Wächter. Der alte Turm überragte um 1800 nicht einmal mehr die Kemenate und wurde 1816 abgerissen. Ein Teil der südlichen Burgmauer rutschte 1854 ab, 1872 brach man den Stadelbau (= “Neuer Kasten“ von 1497) auf der Südseite des Vorhofes ab. Die baufällige Außenmauer wurde durch drei Stützpfeiler gefestigt. 1878 kaufte der Nürnberger Apotheker Kleemann Pottenstein vom Königreich Bayern. Ihm ist es zu danken, daß die Überreste der einst stolzen Feste bewahrt wurden. Seit 1918 gehört Burg Pottenstein den Freiherren von Wintzingerode und beherbergt seit 1991 ein Architekturbüro.

Information
Museum Burg Pottenstein
Freiherr von Wintzingerodesche Burgverwaltung
91278 Pottenstein
Tel.: (09243) 7221
Fax: (09243) 7332
eMail: Burg.Pottenstein(at)t-online.de

Von: (sg)