Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: K, Mainzer Erzbischöfe, Hessen Zuletzt aktualisiert: 28.09.2005

Kammerberg

Nordöstlich Lorch, unterhalb Burg Rheinberg a.d. Wisper

Die Ruinen der Kammerburg erheben sich auf einem Höhenrücken über der Wisperstraße. Angeblich soll die Burg schon den karolingischen Kaisern für Jagdausflüge gedient haben. Nach Bodmann wurde Burg Kammerberg, um 1295 vom Erzstift erbaut. Wahrscheinlich entstand sie aber erst im Zusammenhang mit der Belagerung der nahen Burg Rheinberg im Jahre 1301. Nach Dehio wurde sie vom Mainzer Erzstift 1301 zur Sicherung der Talstraße und der Talquerung des Rheingauer Gebücks erbaut. Die Nennung der Burg im Jahr 1298 (Vogt, Regesten 562) und 1303 (Vogt, Regesten 818) ist zweifelhaft. Im Jahr 1304 - hier wird die Burg zweifelsfrei genannt - wurde Johann von Rheinberg Dienstmann des Erzbischofs und für acht Jahre als Amtmann auf Burg Kammerberg bestellt. Johann versprach, die 1301 zerstörte Burg Rheinberg innerhalb der acht Jahre keinesfalls wieder aufzubauen (Vogt, Regesten 827). 1332 wird Rudolf gen. Declekoner von Konstanz Burgmann auf Kammerberg (Otto, Regesten 3252). Mitte des 14. Jahrhunderts war die Burg an Simon Grans von Rheinberg (Otto, Regesten 6099) und seit 1350 an die Ritter Heinrich und Bechtolf Schetzel von Lorch verpfändet (Otto, Regesten 5815), 1354 an Kuno von Falkenstein (Vigener, Regesten 7) und 1356 an Ritter Heinrich von Lindau (Vigener, Regesten 615). 1357 scheint die Burg wieder unmittelbar im Besitz Erzbischof Gerlachs gewesen zu sein (Vigener, Regesten 822), doch schon um 1390 war die Anlage baufällig. Im 15. Jahrhundert scheint die Anlage von den Herren von Gerolsteinern (als Pfandinhaber?) noch einmal erneuert aber nicht mehr besetzt worden zu sein. Von den Erben der Gerolsteiner erwarb 1483 der Erzbischof die nur noch von einem Knecht bewohnte Ruine zurück. 1490 wurde nochmals ein Graben erneuert, danach geriet die Anlage endgültig in Verfall.
Heute sind von der Burg nur noch geringe Reste der Ringmauer und eines Tores mit Turm zusehen, 1960 z.T. durch ein Wohnhaus überbaut.

Quelle: Knappe S.491; Dehio S.723; Brück, Rheinengtal S.86; Witte, Herrschaft S.44f., 49, 51f; Schenk von Schweinsberg, Wispertalburgen

Von: (sg)