Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: O, Baden-Würtemberg Zuletzt aktualisiert: 14.08.2005

Oberohrn

Südöstlich Öhringen (Hohenlohekreis)

Der Edelknecht Johann von Berlichingen, Sohn des verstorbenen Ritters Theoderich von Berlichingen erhielt im Jahr 1337 vom Mainzer Stiftsverweser Erzbischof Balduin die area castrensis in Ohrn bei der Stadt Öhringen mit den zugehörigen Gütern, die einst dem Ritter Rudeger von Ohrn gen. der Kundege gehört hatte. Der Berlichinger sollte die Hofstatt zu Lebzeiten innehaben, mit der Verpflichtung, nach dem Geheiß des Dekans Heilmann von Aschaffenburg und des Ritters Wilderich, Vitztum, ein propugnaculum und andere dort notwendige Gebäude in der Art eines Befestigungsbaus zu errichten (Otto 3577). Die geplante Burg wurde damals anscheinend nicht erbaut- Als nämlich 1358 der Mainzer Erzbischof Gerlach dem Edelknecht Dietrich von Berlichingen, Sohn des verstorbenen Ritters Dietrich, „seinem lieben Getreuen“, auf Lebzeiten seine burgliche Hofstatt in Ohrn verlieh, erklärte der Edelknecht, dass er diese Hofstatt, die früher dem Ritter Rüdiger von Oren gen. der Kundiger gehört hatte, vom Erzbischof mit allen Äckern, Wiesen, Weiden, Wäldern und allen Rechten erhalten habe, mit der Maßgabe, dort ein befestigtes Haus (burgliche gadem) zu errichten und zwar nach Anweisung des Vitztums zu Aschaffenburg. Dieses Burggebäude sollte Offenhaus des Mainzer Erzstiftes sein und samt Zubehör nach Dietrichs Tod an Mainz zurückfallen (Vigener 972). 1368 wird die Frau des Peters gen. von Oren als gesezzen zu Orengen bezeichnet. Sie nannte damals Kraft von Hohenlohe ihren ‚gnädigen Herrn‘ (Weller, UB Hohenlohe 3,321 Nr.364), d.h. die Burg könnte noch als Residenz (Witwensitz?) gedient haben.

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen; Maurer, Rechtsverhältnisse S.122; Maurer, Adelsburg in Südwestdeutschland S.101, 122; Tillmann S.770

Von: (sg)