Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: R, Hessen Zuletzt aktualisiert: 13.08.2005

Randenburg (Rannenberg)

Bild: Julius Pichl

Verschwundene Burg südöstlich Alzenau in Unterfranken

Der Mainzer Kämmerer Friedrich von Kälberau, damals erzbischöflicher Vitztum in Aschaffenburg, trug im Jahr 1227 seine ihm gehörende Burg Rannenberg der Mainzer Kirche zu Lehen auf. Im Gegenzug gab der Erzbischof ihm Burg Waldenberg vor Aschaffenburg zu Lehen, welche über seinen Vorgänger, Erzbischof Konrad und den damaligen Viztum Konrad von Waldenburg, auf ihn gekommen war (BW II, S.198 Nr.555). Burg Rannenberg ging zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt in den Besitz der Grafen von Rieneck über. Die Herren von Rannenberg blieben aber weiterhin in den Diensten der Erzbischöfe. Sie sind u.a. 1335 als Burgmannen und Amtleute auf Burg Orb in der Wetterau bezeugt (Otto 3432).
Im Rahmen der sog. Rienecker Fehde scheint neben den rieneckischen Burgen Landesehre und Eschau auch die Burg Rannenberg belagert worden zu sein. Darauf weist eine vermutliche Belagerungsschanze hin, die heute noch im Vorgelände des Burgplatzes gut zu erkennen ist. Als die Grafen und der Erzbischof 1266 ihre Fehde beendeten, versprachen die Rienecker, Burg Rannenberg binnen 14 Tagen niederzulegen (BW 36, 151). Ob die Grafen ihr Versprechen hielten ist ungewiss. Jedenfalls versuchten 1311 die Herren von Eppstein und Hanau, sich als Ganerben in die Burg hineinzudrängen. Der Mainzer Erzbischof Peter verhinderte aber dieses Vorhaben (Vogt 1413). Ob die Burg damals noch bestand, oder nach dem vereinbarten Abriss von 1266 wiedererstanden war, muss dabei offen bleiben. Im Jahr 1357 hat die Burg jedenfalls nicht mehr bestanden. Als damals der Edelknecht Fritz von Rannenberg dem Ulrich von Hanau und Eberhard von Eppstein je ein Drittel des Rannenberges verkaufte, damit diese dort eine (neue) Burg errichten konnten, beanspruchte der Mainzer Erzbischof lediglich das Zustimmungsrecht als Lehnsherr des Fritz. Er versprach den Bauherren sogar Gelder für die Ringmauer beizusteuern (Reimer, UB Hessen 2,3 S.243 Nr.217). Ob das Bauvorhaben je in die Tat umgesetzt worden ist, bleibt unsicher. Nach Tillmann war sie 1386 noch in mainzischem Besitz.
Von Burg Rannenberg sind heute keine sichtbaren Reste mehr erhalten, nur Spuren im Gelände weisen auf die Existenz dieser mittelalterlichen Burg hin.

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen; Tillmann S.841f.

Literaturhinweis: Gustav Freiherr Schenk zu Schweinsberg: Zur Geschichte der Burgen Ronneburg und Rannenberg und ihrer Besitzer. In: Mitteilungen des Hanauer Bezirksverein für hessische Geschichte und Landeskunde 6 (1880), S.32-33.

Von: (sg)