Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: O, Hessen Zuletzt aktualisiert: 08.08.2005

Oberreifenberg

Nordwestlich Königstein/Taunus

Die Burg wurde im 12. Jahrhundert von den Herren von Reifenberg erbaut und mit Cuno von Rifinberg 1234 erstmals genannt. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg ausgebaut. Der Mainzer Erzbischof erlangte genauso wie der Pfalzgraf im 15. Jahrhundert das Recht, die Burg militärisch zu nutzen (Öffnungsrecht). Um die Mitte des 15. Jahrhunderts fiel die Burg ganz an Landgraf Ludwig von Hessen. 1587 wurde sie von Friedrich und Marsil von Reifenberg erobert und niedergebrannt. (Nach anderer Ansicht wurde die Burg 1591 zerstört). Die Schäden wurden aber wieder beseitigt. 1631 wurde die Veste von Hessen, 1635 von den Kaiserlichen und 1646 wiederum von Hessen erobert. Wohnturm und Schildmauer waren 1654 bereits weitgehend zerfallen. 1655 besetzte Kurmainz die ruinöse Ganerbenburg aufgrund alter Verträge im Rahmen von Familienstreitigkeiten. Diese fanden erst 1658 ihr Ende, als die Witwe des Obristen Hans Schweikard von Reifenberg einen Abfindungsvertrag mit dem Mainzer Domherr Philipp Ludwig, dem letzten Reifenberger schloss. Der Mainzer Erzbischof Anselm Franz von Ingelheim ließ die Befestigungen und Mauern 1689 teilweise abbrechen. Mit dem Tod des Mainzer Domherren Philipp Ludwig von Reifenberg gab Mainz die Burgherrschaft an Franz Freiherr von Waltbot-Bassenheim, den Ehemann der einzigen noch lebenden Schwester Philipp Ludwigs zurück. 1853 wurden Burg und Herrschaft an Nassau verkauft. Nach langjährigen Renovierungsarbeiten ist die Burg seit 1997 wieder begehbar.

Baubeschreibung: Der mächtige runde Bergfried stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der ungewöhnlich schlanke, rechteckige, sechsgeschossige Wohnturm wurde im 14. jahrhundert errichtet. Die südliche Schmalseite des Wohnturms war ursprünglich durch Fachwerk geschlossen. Die vier Meter starke, von zwei Rundtürmen flankierte, ungegliederte Schildmauer wurde im 14. Jahrhundert errichtet. An der Nordspitze des sonst verfallenen Berings Rundturm und „Pulverkammer“ im Felsen, 16. Jh.

Quelle: Dehio S.696; Lotz S.374; Tillmann S.759; Knappe S.480.

Literaturhinweise:
R. Michel: Die Burg Reifenberg in neuerer Sicht 1989.
Heinz-Peter Mielke: Burg Reifenberg. In: Usinger Land 1983 4.Sp.37-51.

Von: (sg)