Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: N, Hessen Zuletzt aktualisiert: 29.07.2005

Nassenerfurth

Südwestlich Borken (Hessen)

Wann und von wem die Burg erbaut wurde ist nicht bekannt.
Im Jahr 1338 (Erstnennung) werden die Herren von Hohenberg gen. Holzadel als Inhaber eines Homburger Burglehens genannt. 1356 gehörte die Burg - bzw. eine Burghälfte - anscheinend als kurmainzisches Lehen dem Johann Griszing von Falkenberg, der aber nicht in Nassenerfurth, sondern auf Burg Falkenberg residierte. Es kam zum Streit mit dem Erzbischof, der die Burg offensichtlich angriff, eroberte und 1357 den Herren von Schrendeisen zu Lehen überließ. Bei dieser Gelegenheit wurde die Kemenate der von Holzadel verbrannt.
Ritter Johann Gruszing von Falkenberg wurde 1349 Burggraf auf der neu errichteten Burg Densberg. Zum Ausgleich gab der Falkenberger dem Stift die Hälfte des Vorwerks zu Nassenerfurth und seinen Zehnten zu Rengershausen bei Kleinenglis, die fortan zur mainzischen Burg Jesberg gehören sollten (Otto, Regesten 5799).
1365 vertrug sich Erzbischof Gerlach mit Johann von Falkenberg. Diesem sollte wieder (ein Teil von) Nassenerfurth wieder gehören  (Vigener, Regesten 2048). Der andere Burgteil scheint nach wie vor den Holzadel gehört zu haben.
Im Jahr 1400 einigte sich Erzbischof Johan von Mainz mit Heinrich Holzadel (Holtzadel) gen. Schramme und dessen Söhnen Henne, Curd und Henne [II] wegen der [1357] verbrannten Kemenate und Wohnung auf Nassenerfurth und nahm die Herren als Burgmannen in Fritzlar an.
Als Kurmainz 1427 den "Kampf um Hessen" auch militärisch verloren hatte, kam Nassenerfurth an Landgraf Ludwig I. von Hessen. Die eine Hälfte blieb Lehen der Herren von Holzadel (1437-1491). Der Anteil der von Schrendeisen fiel an Philipp Wilhelm von Cornberg, der ihn 1594 an Landgraf Moritz verkaufte. Der Landgraf belehnte damit 1598 die Herren von Baumbach. Diese ließen die Burg schlossähnlich ausbauen und behileten die Burg bis in die heutige Zeit.

Baubeschreibung nach Dehio:
Malerische, gewinkelte, ungefähr halbkreisförmige Hauptburg, von Wassergräben umgeben (teilweise verlandete), im Wesentlichen um 1600 unter Verwendung älterer Reste neu erbaut. Rundbogige, gewölbte Tordurchfahrt mit Renaissance-Portal. Südlich davon der dreigeschossige massive Hauptflügel. Der nordöstlich anschließende Flügel mit um 1800 aufgesetztem Fachwerkobergeschoss und hofseitigem, polygonalem Treppenturm, daran Wappenportal 1600. Über dem Graben zweibogige Steinbrücke. Vorburg mit Spitzportal von 1515. Der große Wirtschaftsbau mit Fachwerkobergeschoß und hofseitiger Holzgalerie 1622. Wohnhaus in Fachwerk 1662. Südlich außerhalb der Vorburg Fachwerk-Wohnhaus von 1807 mit Mansarddach und schöner klassizistischer Tür.

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen S. 54, 65; Knappe S.97; Tillmann S.691; Dehio S.640; Reimer S.126.

Von: (sg)