Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: N, Rheinland-Pfalz Zuletzt aktualisiert: 29.07.2005

Nassau

An der Lahn

Burg Nassau ist eine der wenigen Gipfelburgen an der Lahn, die sich auf dem höchsten Punkt des Burgbergs erhebt. Sie war die Stammburg des später weit verzweigten Hauses Nassau. Zwischen 1970 und 1982 wurden die größtenteils aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bauteile umfassend renoviert.
Burg Nassau wurde 1101 von den Herren von Laurenburg gegründet. Der Bischof von Worms, dem der Burgberg gehörte, forderte die Brüder Arnold und Rupert von Laurenburg auf, die Bauarbeiten einzustellen. Trotz eines Schiedsspruches König Lothars III. auf dem Wormser Hoftag 1128 zugunsten des Stiftes weigerten sich die Laurenburger, Burg Nassau herauszugeben. Erst 1159 wurde der Rechtsstreit beendet. Die Laurenburger durften auf der Burg bleiben, mussten aber die Lehnshoheit des Trierer Erzbischofs Hillin anerkennen. Seit 1160 nennen sich die Laurenburger Herren von Nassau, später Grafen von Nassau. 1255 erfolgte eine Teilung des Besitzes unter Walram II. und Otto I. Die Burg blieb etwa 100 Jahre lang bei beiden Linien. Der Ort unter der Burg erhielt 1323 das Befestigungs- und 1348 das Stadtrecht. 1344 setzte der Mainzer Erzbischof Gerlach von Nassau sein „Erbteil“ an der Burg dem Pfalzgrafen Ruprecht und Walrabe von Sponheim zu Pfand, ebenso die Burgen Löhnberg und Weilnau (Otto 6178-6181). 1355 teilte sich die walramische Linie des Hauses Nassau in die Zweiglinien Idstein und Weilburg. Die Burg war 1530 noch in gutem Zustand, geriet aber dann in Verfall, 1597 war sie ohne Dach und kaum noch bewohnbar.
Um den Burgberg herum enstanden zahlreiche Burgmannenhäuser. Als Ruine ist heute auf halber Höhe des Berges noch das Stein'sche Schloss erhalten, der Stammsitz der Familie, aus der Freiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (geb. 1757) hervorging.

Von: (sg)