Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: N, Baden-Würtemberg Zuletzt aktualisiert: 29.07.2005

Nagelsberg

Gemeinde Nagelsberg in Künzelsau

Das Kloster Comburg erhielt um 1090 von Mechthild von Stein die Burg Nagelsberch samt allen Rechten und allem Zubehör. Das Kloster besetzte die Burg mit einer Familie, die sich zwischen 1251 und 1360 nach der Burg benannte.
Der Provisor des Mainzer Erzstiftes, Erzbischof Balduin von Luxemburg, fasste im Verlauf eines Lehnsstreites Fuß auf der Gemeinerburg Nagelsberg. Das Kloster Comburg hatte die Burg Otto Lesch von Mergentheim und Eberhard von Rosenberg zu Lehen gegeben. Als Vogt in (Wall)Dürn hatte letzterer seinen Anteil dem Erzbischof offensichtlich zu Burglehen aufgetragen, während Kraft II. von Hohenlohe den Anteil des Otto Lesch als Lehensauftragung erwarb (Humpert). Als Kraft versuchte, die Lehnbarkeit zu leugnen und seinen Anteil an der Burg in eine Dominanz auszuweiten, wurde im Burgfrieden von 1329 vereinbart, dass weder der Rosenberger noch die Mainzischen Burgmannen Arnold von Thierbach und Otto Lesch noch sonstige mainzische Leute aus der Burg verdrängt werden dürften (Otto 3056). Kraft musste aber, nachdem Erzbischof Balduin dem Abt beistand (Otto 3642), die Lehnbarkeit anerkennen. Aus diesem Streit, in den sich auch Bischof Walram von Würzburg einschaltete (UB Hohenlohe II, S.294f., Nr.356 und 358), schlug der Mainzer weiteres Kapital. 1333 gaben Arnold von Thierbach und seine Ehefrau Petrissa Balduin die Lösung des halben Teils „des hohen Turms“ zu Nagelsberg und einer Hofstatt auf der Burg, „beim Hereingehen zur rechten Hand“, mit Kraft von Hohenlohe, dem der halbe Turm und die Hofstatt für 150 Pfund Heller versetzt sind. Sollte Gutte, Ehefrau des Gottfried von Borchenowes, Ansprüche auf die Lösung erheben, so wollten Arnold und Petrissa diese Ansprüche mittels ihres Burglehens abgelten(Otto 3293).
Im Zuge des Kaufs eines Teils der Burg Neufels 1369 wurde dem Herolt Schrot von Neuenstein der erzbischöfliche Teil der Burg auf Lebenszeit verpfändet. Die Burg blieb aber Offenhaus des Erzbischofs und seines Stiftes.
Am 31. Januar 1395 verschreibt Erzbischof Konrad von Mainz seinem Gefolgsmann Dytz von Urhausen Einkünfte im Burgumfeld, die von der dortigen kellerei auzubezahlen waren. Sollte - so hieß es in der Urkunde - der erzbischöfliche Pfandanteil der Burg gelöst werden, sollten die Einkünfte an anderer Stelle angewiesen werden (MIB 12 fol. 261). Wem der von Lösung "bedrohte" Burganteil gehörte wird leider nicht erwähnt.
1492 erwarb Erzbischof Bertold den hohenlohischen Anteil und gab dafür seinen Teil an Burg Neufels. Die Burg blieb bis zum Ende des Alten Reiches mainzisches Lehen. Seit 1802 ist sie im Besitz der Herren von Hohenlohe

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen; Tillmann S.689; Humpert S.47;

Von: (sg)