Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: K, Hessen, Mainzer Erzbischöfe, Hessische Landgrafen Zuletzt aktualisiert: 23.07.2005

Kellerberg

Über Battenberg an.d Eder

Burg Kellerberg wurde Anfang des 13. Jahrhunderts von den Grafen von Battenberg erbaut. Widekind und Hermann von Battenberg trugen 1227 (Wenck 3,101) bzw. 1228 (Dobenecker 3 Nr.9) die Burg dem Landgrafen Heinrich Raspe zu Kunkellehen auf.
Im Jahr 1238 verkauften die Brüder Siegfried, Widekind II. und Werner II. von Wittgenstein(-Battenberg), nachdem 1228 und 1234 Vorverhandlungen stattgefunden hatten (BW 32, 567 und BW 33, 132), die halben Burgen Battenberg und Kellerberg sowie die dazugehörige Grafschaft Stiffe an den Mainzer Erzbischof Siegfried II (BW 33, 292). Der Kauf verzögerte sich, weil die andere Hälfte Graf Siegfried I. von Wittgenstein gehörte und auch die Herren von Waldeck erbrechtliche Ansprüche an die Burg anmelden konnten. Die Burg (oder ein Teil davon?) war zudem seit 1227 Lehen des thüringischen Landgrafen Konrad. 1291 gab der Erzbischof seine Hälfte zurück, da Graf Hermann von Battenberg ihm den Besitz der Herrschaft Battenberg einräumte. Der Mainzer behielt sich aber das Vorkaufsrecht auf Kellerberg vor (Vogt 235). Kaum waren 1296 die letzten Gelder aus diesem Kaufvertrag geflossen (Vogt 449), verkaufte 1297 (Kauf auf Wiederkauf?) der Edelherr Hermann von Battenberg mit Zustimmung seines Schwagers Heinrich von Waldeck und dessen Ehefrau Ida die Burg Kellerberg mit allem Zubehör dem Mainzer Erzbischof Gerhard für 2.000 Mark (Vogt 480). Im Jahr 1303 verpfändete sein Nachfolger, Erzbischof Gerlach, die Burg Kellerberg und Burg und Stadt Battenberg an seinen Amtmann Graf Johann von Waldeck und dessen Sohn Hermann (Vogt 749, 766).
Doch das Verhältnis zu den Herren von Waldeck war nicht ungetrübt. Graf Heinrich von Waldeck versöhnte sich 1308 mit Erzbischof Peter, nachdem er von diesem in einer Streitsache, von der nichts Näheres bekannt ist, gefangen genommen worden war. Der Waldecker gab Burg Kellerberg und Burg und Stadt Battenberg, sowie Burg Gieselwerder, gegen eine Geldzahlung wieder frei. Er berief sich dabei auf den seinerzeitigen Verkauf der Burgen durch seinen Vater Heinrich (1297). 1353 verpfändete der Mainzer Stiftsverweser Kuno von Falkenstein Burg Kellerberg und Burg und Stadt Battenberg an die Edelknechte und Brüder Konrad und Werner Milchling. Damit belohnte der deren Bemühungen im Kampf mit dem Landgrafen von Hessen (Otto 5980). 1356 verpfändet Erzbischof Gerlach Burg und Stadt Battenberg sowie Burg Kellerberg an seinen Bruder Graf Johann von Nassau (Vigener 604, 605, 606). Graf Johann unterverpfändete 1364 Burg und Stadt Battenberg und Kellerberg seinem Neffen Graf Otto von Waldeck (Vigener 1729).
Im Jahr 1464 war Burg Kellerberg von seinen Bewohner bereits aufgegeben worden und verfiel. 1564 trat das Erzstift Mainz die Burg an die Landgrafschaft Hessen ab. Eine Funktion hat die Rune nicht mehr übernommen, die letzten Gebäudereste wurden Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen.

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen; Tillmann S.87; Knappe S.149.

Von: (sg)