Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: K, Rheinland-Pfalz Zuletzt aktualisiert: 18.07.2005

Kasselburg/Eifel

Nordöstlich Gerolstein, Gemeinde Pelm

Wahrscheinlich waren es die Herren von Castell, die im 12. Jahrhundert eine Burg erbauten, von der noch der untere Teil des quadratischen Bergfrieds (um 1200) stammt. Bezeugt ist die Kasselburg aber erst 1291 im Besitz der Herren von Blankenheim, die auch um 1350 den markanten Wohn- und Torturm erbauen ließen. Als Wohn- und Torturm ist er einzigartig in der deutschen Burgenbaukunst. Die heute leider nicht mehr vorhandenen steilen Schieferdächer ließen den Turm ursprünglich noch imposanter erscheinen. Neben dem recht komfortablen Wohnturm besaßen die Burgherren auf der geschützten Seite der Burg auch noch einen aus dem 12. Jahrhundert stammenden Palas, ein stattliches Wohngebäude mit dreigeschossigem Kapellenbau. Als die Herren von Blankenheim ausstarben, verpfändeten ihre Erben die Burg im Jahr 1406 an Eberhard von der Mark, der sie 1452 dem Trierer Erzbischof überlassen musste. 1514 kauften die Grafen von Manderscheid-Blankenheim die Burg zwar zurück, waren aber vertraglich verpflichtet, die wehrhafte Anlage zu "demolieren und wehrlos zu machen". Sie lösten das Versprechen jedoch nicht ein. Nach längeren Erbstreitigkeiten sprach 1674 das Reichskammergericht in Speyer die Kasselburg dem Herzog von Arenberg zu. Im Zuge der französischen Revolution ging die bereits baufällige Kasselburg 1794 in den Besitz der Französischen Republik über. 1851 gelangte die Ruine an Preußen und verfiel mehr und mehr. Es ist dem Bau einer Eisenbahn zu verdanken, dass der Verfall der Burg aufgehalten wurde. "Um den Reisenden an der Bahnstrecke Köln - Trier etwas zu bieten", spendete die Reichsbahn einen namhaften Betrag, mit der die Restaurierung der Anlage begonnen werden konnte. Heute gehört die Burg dem Land Rheinland-Pfalz.
Um die Kasselburg liegt der Adler- und Wolfspark, dessen Greifvögel in den Ruinen der einstigen Burgmannenhäuser gehalten werden.

Quellen: Dehio S.430; Bornheim gen. Schilling: Burgen und Schlösser S.108; Backes: Staatliche Burgen S.94.

Von: (sg)