Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Zuletzt aktualisiert: 02.07.09

Stahlberg

bei Steeg im Blüchertal w Bacharach

Die Burg wurde wahrscheinlich 1219 vom Kölner Erzbischof Engelbert errichtet, um zusammen mit gleichzeitig entstehenden Burg Fürstenberg bei Rheindiebach den Schutz des Viertälergebietes zu übernehmen. Im Jahr 1243 wurde Stahlberg Lehnsburg der Pfalzgrafen und wurde von den Herren von Braunshorn bewohnt.
Als Pfalzgraf Rudolf im Februar 1317 den Streit mit seinem Bruder König Ludwig beilegte, wurde u.a. bestimmt: Pfalzgraf Rudolf sollte der Übergabe der Burgen Stahlberg, Stahleck und Braunshorn dem Mainzer Erzbischof zustimmen, die man als Sicherheit für (uber) die dem Mainzer verpfändeten Zoll zu Bacharach gesetzt hatte. Mainz sollte nur dann die Burgen erhalten, wenn die Gelder aus dem Bacharacher Zoll nicht wie vereinbart an ihn flossen. Die Burgen wurden so lange treuhänderisch dem Raugrafen Georg überantwortet, der sie, wenn die Bacharacher Verpfändung ausgelöst werden sollte, wieder herausgeben musste (Vogt 1886).
Im Jahr 1322 verpfändete König Ludwig die Burgen Stahlberg, Stahleck und Braunshorn dem Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg und seinem Oheim König Johann (Günther CDRM 3,1 S.170 Nr.171 Anm.1). Als sich Balduin am 7. Juli 1328 mit der Gräfin Loretta von Sponheim, die ihn sogar gefangen genommen hatte, sühnte (vgl. Vogt 2936), verpfändeten er und König Johann der Gräfin diese Burgen, um eine Schuldsumme in Höhe von 11.000 Pfund abzudecken (Günther CDRM 3, S.270 Nr.156). Die Burgen wurden (treuhänderisch) mit Lorettas Zustimmung dem Grafen Wilhelm von Katzenelnbogen übergeben.
Offenbar war die angegebene Schuld getilgt worden. Noch im gleichen Jahr wurde die Schuldsumme an die Gräfin zurückgezahlt. Erzbischof Balduin gebot dem Grafen Wilhelm, die Burgen Stahlberg, Stahleck und Braunshorn, seinen Gefolgsleuten, den Rittern Paul von Eich und Heinrich von Bacheim sowie dem Edelknecht Werner Süß zu überantworten. Die Gräfin quittierte am 28. November 1328 über insgesamt 15.000 Pfund Heller erhaltenes Sühnegeld (Otto 2976 mit Anm).
Die pfalzgräfliche Burg geriet seit Mitte des 14. Jahrhunderts in Verfall.  

Quellen: Tillmann S.114; Dehio, Rheinland-Pfalz-Saarland , S.999

Von: (sg)