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Kategorie: L, Bayern Zuletzt aktualisiert: 18.07.05
Landesehre
Nordöstlich Klingenberg/Main bei Eschau
Burg Landesehre wurde im Jahr 1261 während der Rienecker Fehde von den Herren von Rieneck erbaut. Sie nutzten dabei ihre vogteiliche Stellung aus und bauten offensichtlich auf Grund und Boden des Mainzer Erzstiftes. Doch auch aus strategischen Gründen mochte sich ihr Widersacher, der Mainzer Erzbischof, mit dem in seinen Augen illegalen Burgenbau nicht abfinden. Vertraute schlichten am 28.7.1261 auf einem Schlichtungstermin in Miltenberg die schon länger währenden Streitigkeiten zwischen Rieneck und dem Mainz. Man einigte sich darauf, dass die Grafen Landesehre wieder abtragen sollten und sich verpflichteten, im Spessart keine Burg oder Befestigung, weder auf Eigen- noch auf Fremdgut, und schon gar nicht auf dem Eigentum des Mainzer Erzstiftes zu erbauen (BW 36,50). Doch die Rienecker dachten nicht daran, zurückzustecken und errichteten wenig später in Eschau eine Burg (castrum sive munitio). Der Erzbischof überlegte lange, so heißt es in einer Urkunde, wie er diesem Vertragsbruch begegnen sollte. Am 26.7.1261 wurde ein Schiedstag nach Miltenberg anberaumt, um die Angelegenheit vor Zeugen schlichten zu lassen. Doch die Rienecker erschienen nicht zum Gerichtstermin. Das Gericht sah auf dem Feld bei Bürgstadt die entsprechenden Urkunden ein und ließ den Text laut vorlesen. Man befand, dass das Burgenbauverbot für die Rienecker zu Recht bestand. Daraufhin wurde Burg Landesehre 1266 abgebrochen.
Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen

