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Kategorie: A, Bayern Zuletzt aktualisiert: 14.05.05
Alzenau (Unterfranken)
Alzenau liegt südöstlich Hanau
Burg Alzenau gehört zu den mutmaßlichen Gründungen des Mainzer Erzstiftes. Reinhard von Rannenberg verzichtete 1315, da er keine Leibeserben hatte, auf seine Mainzer Lehen, nämlich ein Drittel der Gerichtsbarkeit gen. zu der Hart und auf den Berg genannt Alzenau (Wylmoldesheim) (Vogt 1798). Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt, aber noch im 14. Jahrhundert, ließ der Erzbischof auf seiner Neuerwerbung eine Burg errichten. Ihre Aufgabe war es, die erzbischöflichen Besitzungen im Freigericht zu beschützen. Von 1400 bis 1500 diente sie wiederholt als Pfandobjekt. Im Jahr 1500 kam das Freigericht als gemeinsames Lehen an das Kurfürstentum Mainz und die Grafen von Hanau. 1740 erfolgte die Teilung des Freigerichts: Alzenau blieb bei Mainz. Nach der Auflösung des Kurstaates fiel Alzenau 1816 an Bayern. Die Burg wurde bis 1900 als Amtsgericht genutzt. Die verfallene Burg wurde in den Jahren 1974/1975 gründlich renoviert und dient seither kulturellen Veranstaltungen.
Baubeschreibung:
Die ungewöhnlich reich gegliederte Anlage umschreibt annähernd ein Oval, das in einen großen, von Mauern umgebenen Vorhof und die Innere Burg mit innerem Burghof und Palas gegliedert ist. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Feste zerstört, das Burggelände gehörte aber bis 1816 zum Mainzer Erzstift. Der Vorhof umfasste den sogenannten Wirtschaftshof, in dem sich heute die Gebäude des Amtsgerichts befinden. In die innere Burg gelangt man über einen steilen Anstieg. Der Innere Burghof besitzt an der Nordostseite eine 14 Meter hohe Mantelmauer, auch der übrige Bering ist entsprechend verstärkt und nach Norden und Süden mit Mauerzügen versehen. Der Palas besteht aus dem Erdgeschoss und dem Obergeschoss mit dem spätgotischen „Rittersaal“, dem Hauptaufenthalts- und Repräsentationsraum der Burg.
Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen; Tillmann S. 36
Literaturhinweis:
A. Herrlein: Das Schloß Alzenau. In: 26. Jahresbericht des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg für das Jahr 1855/56. Würzburg 1857, S.93-116

