Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Bayern Zuletzt aktualisiert: 30.05.2005

Bartenau

Schloss Bartenau/Künzelsau

Seit dem 11. Jahrhundert lebte in Künzelsau das Geschlecht derer von Stein. Als die von Stein Ende des Jahrhunderts ausstarben übernahmen ihre Verwandte, darunter die Herren von Künzelsau und die Herren von Bartenau, ihre Besitzungen. Die beiden Familien bauten sich um 1248 eine Burg bzw. zwei Burgen, die direkt nebeneinander standen als Wohnsitz.1341 starben die Künzelsau aus. Aus der Burg Kunzelsawe, wie sie 1320 noch benannt war, wurde die Burg Bartenau. Mitbewohner in der Burg waren durch Einheirat die Herren von Neuenstein geworden. Der mächtige Kraft von Hohenlohe gelang es 1328, sich in der Ganerbenburg Bartenau einzunisten, da er Vormund der Kinder des 1328 verstorbenen Zürch von Bartenau war. Die Herren von Hohenlohe versuchten stets zu verhindern, dass Künzelsau wirtschaftlich und politisch stärker wurde als die hohenlohesche Stadt Ingelfingen. In dieser Zeit gelang es Kurmainz zum ersten Mal Einfluss auf der Ganerbenburg zu gewinnen. Im Jahr 1350 versprachen der Ritter Ulrich von Treuchtlingen und dier Edelknechte Gotze, Kuntz und Raben von Neuenstein dem Mainzer Erzbischof Gerlach, ihm mit ihren Burgen Neufels und Bartenau gegen Erzbischof Heinrich von Virneburg (Mainzer Stiftsfehde) zu helfen (Otto 6348). Als nach den Herren von Künzelsau (1341) auch die Herren von Bartenau ausstarben, ging deren Besitz in Künzelsau 1390 auf dem Erbweg an die Herren von Stetten. 1439 verkaufte Georg von Neuenstein seinen Anteil an der Burg Bartenau an die Reichsstadt Schwäbisch Hall. Als die Herren von Hohenlohe 1483 bedeutende Besitzungen des Klosters Komburg erwarben, wandten sich die Herren von Stetten hilfesuchend an den Mainzer Erzbischof Berthold. Kilian von Stetten verkaufte 1484 einen Teil seines Künzelsauer Besitzes an das Erzbistum Mainz. Damit hatte der Herr von Stetten in seinem Streit mit Hohenlohe einen mächtigen Helfer. 1499 wurde das Bistum Würzburg zum 5. Ganerben Dorf bzw. Martkflecken Künzelsau. Im Jahr 1662 verkaufte das Kloster Komburg seine letzten Künzelsauer Rechte an Hohenlohe. Ganerben waren nunmehr: Hohenlohe, Stetten, Mainz und Würzburg.
Schließlich fiel Burg Bartenau durch Erbteilung doch dem Haus Hohenlohe zu. Grafen Johann Ludwig von Hohenlohe ließ die Burganlage abreißen (1679) und baute an seiner Stelle dreistöckiges Spätrenaissanceschloss mit vier runden Wohntürmen. Nach dem Tod Johann Ludwigs fiel das Schloss 1689 an die Herren von Weikersheim, dann an die Öhringer Linie der Familie Hohenlohe. Das Kloster Komburg kaufte 1717 von den Herren von Stetten Güter und Rechte in Künzelsau wieder ab, Stetten schied als Ganerbe endgültig aus. 1767 wurde eine Stadtmauer errichtet Schon während des 20 Jahre dauernden Mauerbaus wurde Künzelsaus als Stadt bezeichnet. Die Säkularisation brachte 1802 das Ende der Künzelsauer Ganerbenherrschaft. Bereits im November 1802 hatte das Haus Hohenlohe-Neuenstein die Künzelsauer Anteile des aufgelösten Kurfürstentums Mainz, des Hochstifts Würzburg und des Chorherrenstifts Komburg in Besitz genommen. Napoleon überließ ihnen die Mediatisierung in ihren Gebieten, und so kam das Fürstentum Hohenlohe 1806 mit Künzelsau zum Königreich Württemberg. König Friedrich von Württemberg machte Künzelsau 1811 zur Oberamtsstadt (bisher Ingelfingen). Im Schloss wurde 1873 ein Lehrerseminar eingerichtet. Seitdem wurden die Gebäude als Bildungsanstalt genutzt, heute ist im Gebäude ein Gymnasium mit Internat.

Quelle: www.pro-region.de; www.kuenzelsau.de/; Grathoff, Erzbischofsburgen; Tillmann S. 547.

Von: (sg)