Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Thüringen Zuletzt aktualisiert: 30.05.2005

Ballhausen/Thüringen

Gemeinde Klein-Ballhausen 3km ö Bad Tennstedt/Thüringen

Schon früh zeigte das Mainzer Erzstift Interesse am Ort und dem dort lebenden Rittergeschlecht. 1128 bestätigte Erzbischof Adalbert I. dem Propst von Jechaburg Gütererwerbungen u.a. in Ballhausen (BW 25,201) und 1255 war Erzbischof Gerhard Zeuge eines Gütertausches zwischen Ritter Eckehard von Ballenhausen gen. von Summeringen und dem Peterskloster in Erfurt (BW 235,145). Die Burg in Klein-Ballhausen wurde vor 1258 aber nicht in Abhängigkeit des Mainzer Erzbischofs sondern im Auftrag des Königs erbaut. Die Verwaltung der Reichsburg oblag einem Rittergeschlecht, das sich nach der Burg benannte. Die Beziehungen des Erzstiftes zu ihnen war gut. 1277 interveniert Erzbischof Werner für Eckehard und dessen Brüder in Angelegenheiten des Patronats der Kirche zu Sömmerda (BW 36,437). Gerlach von Breuberg, Schirmer des königlichen Landfriedens, war 1290 von König Rudolf von Habsburg die potestas über die Reichsburgen Allstedt, Ballhausen und Raspenburg und andere Festen anvertraut worden. 1291 übergab Gerlach die Burgen Erzbischof Gerhard als Pfand. Der zukünftige König konnte sie vom Erzstift gegen Erstattung der Auslagen jederzeit einlösen (Vogt 228) 1292 verpflichtete sich König Adolf, die Burg Ballhausen erst zurückzufordern, wenn er dem Mainzer 1.000 Mark reines Silber dafür gezahlt hatte (Vogt 268). Doch dazu kam es vorerst nicht. Die Herren von Ballhausen wanderten Ende des 13. Jahrhunderts nach Schwarzenberg a.d. Fulda ab. Der Mainzer unterverpfändete die Burg seinem Rusteberger Amtmann Friedrich von Rosdorf. Zwischen 1289-1305 wurde laut einer Erzbischofsurkunde folgendes beraten: Über die Rückgewinnung der Burg Ballenhausen sollte, solange Friedrich von Rosdorf lebt und die Kenntnis darüber vorhanden ist, eine endgültige Regelung getroffen werden, bevor die Kenntnis von der Verpfändung in Vergessenheit gerät. Eine starke und so wohl gelegene Burg im Herzen Thüringens sollte dem Erzstift nicht für 500 Mark verloren gehen (Vogt 850). Noch 1299 sind Friedrich von Rosdorf und Dietrich von Hardenberg Amtleute auf Rusteberg, Hanstein, Gleichenstein, Ballhausen, Seebach und Großengottern (Vogt 582).
Anfang des 14. Jahrhunderts gelangte die Burg auf bisher unbekannte Weise an Hugo von Herbsleben.

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen

Von: (sg)