Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Baden-Würtemberg Zuletzt aktualisiert: 30.05.2005

Ballenberg

Gemeinde Ballenberg 6 km w Krautheim a.d. Jagst

Ballenberg hatte während der Regierungszeit König Albrechts I. (1298-1308) das Stadtrecht erhalten. Gleichzeitig war die Stadt Mitglied im Neun-Städtebund des kurmainzischen Oberstiftes. Das Mainzer Erzstift besaß in Ballenberg eine Amtskellerei. Die Stadt war von einer festen Stadtmauer umgeben.
Über dem Ort hatten die Grafen von Eberstein eine Burg errichtet und dem Würzburger Bischof zu Lehen aufgetragen. Vielleicht war die Burg aber bereits in Abhängigkeit vom Würzburger entstanden.
Der Mainzer Erzbischof Balduin von Luxemburg erwarb 1329 Geleitsrechte bei Ballenberg (Otto 3067). 1333 machte er die Brüder von Adelsheim zu Amtleuten auf Burg und Stadt Krautheim und übergab ihnen die Zehntrechte zu Ballenberg (Otto 3274). 1342 öffnete Gräfin Hedwig, die Witwe Boppos von Eberstein, Erzbischof Heinrich von Mainz sämtliche Burgen, zu denen neben Burg und Stadt Widdern, Burg und Stadt Krautheim und Burg Alfeld auch Ballenberg gehörte (Otto 4800). Im Jahr 1358 wurde diese Öffnung für Erzbischof Gerlach wiederholt (Vigener 1008). Burg und Stadt Ballenberg waren Würzburger Lehnsburgen. Erzbischof Gerlach kaufte 1359 (Kauf auf Wiederkauf) die Stadt, für die Burg erwirkte er das Vorkaufsrecht (Vigener 1114). Graf Boppo zog sich anscheinend nach Krautheim zurück. Der Erzbischof löste das Amt von Ritter Johann von Allfeld, dem es seinerzeit von Graf Boppo verpfändet worden war und bestellte den Ritter Johann von Berlichingen zu seinem Amtmann in der Stadt und versetzte ihm das dortige Amt und 2/3 des Zehnten (Vigener 1127, 1175, 1229). Daraufhin versuchte der Bischof Albrecht von Würzburg, sein Lehen zurückzubekommen und versuchte, Burg und Stadt Ballenberg von Mainz zu lösen. Doch der Mainzer wandelte im Jahr 1361 den Kauf auf Wiederkauf in einen "rechten Kauf" um (Vigener 1795). 1365 bot Erzbischof Gerlach Graf Boppo das Wohnrecht in Ballenberg an, nachdem er auch Krautheim von ihm gekauft hatte (Vigener 1916). Das Schloss thront noch heute über dem Ort.

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen

Von: (sg)