Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: A, Bayern Zuletzt aktualisiert: 30.05.2005

Aufseß/Fränkische Schweiz

Aufseß 5km ö Heiligenstadt (Oberfranken)

Burg Aufseß entstand offensichtlich um das Jahr 1100 (1079 Nennung eines Ritters Herolt) und 1114 (Nennung des freien Mannes (liber homo) Herok de Ufsaze). Wegen ihrer Größe wird Aufseß gelegentlich auch als eine ottonische Landesburg angesehen. Der Zugang zum ältesten Teil der Burg war ursprünglich nur über eine Leiter möglich. Im 12. Jahrhundert wurden unter Meingoz I. von Aufseß (1136-1156) u.a. das Meingoz-Steinhaus (Erstnennung 1395) gebaut. Die alte Kemenate aus der Zeit Ulrichs I. stand noch 1792, wurde aber vor 1822 abgebrochen. Otto I. von Aufseß (1296-1338) erbaute im Südosten der alten Feste eine neue Kemenate, für die das heutige Burgtor geschaffen wurde. Im 14. Jahrhundert ertrotzten sich die Burggrafen von Nürnberg und das Hochstift Bamberg Nutzungsrechte an der Burg und es kam zu einer Fehde (1378) mit den Burggrafen von Nürnberg. Die Aufseß unterlagen und mussten ihre Burg sowie andere Besitzungen den Burggrafen übertragen, durften aber als Lehnsleute weiter auf der Burg wohnen bleiben. Aufseß wurde eine Ganerbenburg, auf der mehrere Familienzweige zusammenlebten. Deshalb schlossen sie 1395 einen Burgfriedensvertrag, in dem das Zusammenleben geregelt und alle Rechten und Pflichten der Burgbewohner niedergeschrieben waren. Während der Hussitenkriege (1419-1439) und des Bauernkrieges (1524-1525) sowie des 30jährigen Krieges (1618-1648) wurde die Burg mehrfach stark beschädigt, aber immer wiederhergestellt. Karl Heinrich von Aufseß baute sich 1691 ein neues Schloss, Oberaufseß oder Carolsburg, und zog sich dorthin zurück. Unteraufseß, wie die alte Burg jetzt hieß, und Oberaufseß sind immer im Besitz der Familie Aufseß geblieben, gingen aber, was die Eigentumsverhältnisse betraf, mehrfach getrennte Wege.

Quelle: Homepage Fränkische Schweiz 

Von: (sg)