Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: A, Hessen Zuletzt aktualisiert: 22.05.2005

Arnsburg/Wetterau

Burg Arnsburg 4 km n Burg Münzenberg

Unweit des heutigen Klosters errichteten die Römer im 1. Jahrhundert, wohl unter Kaiser Hadrian, ein Kastell, das zu der ganz in der Nähe verlaufenden Limes-Befestigung gehörte. Es war ein von Mauern und Türmen umgebendes, rechteckiges Kohortenkastell und bot ca. 500 Mann Platz. Seine Umfassungsmauern waren ca. 699 Meter lang. Als die Römer den Limes im Jahr 250/260 aufgaben, verfiel die Anlage. Sie ist heute unter einem Feldacker verborgen. An der Stelle der 1984/85 lokalisierten Burg Arnsburg unweit des heutigen Klosters wurde möglicherweise bereits um 800 eine erste kleine Burganlage (Turmburg) gebaut. Die Ausgrabungen zeigen, dass sich zwischen 1000 und 1150/51 in vier Etappen eine beachtliche Burganlage entwickelt hatte. Konrad II. von Hagen-Arnsburg verlegte um 1152 seinen Wohnsitz von Arnsburg nach Münzenberg und stiftete bereits 1151 an der Stelle der aufgegeben Burg das Benediktinerkloster Altenburg. Doch die Arbeiten an diesem Klosterbau kamen aus unbekannten Gründen nicht voran und 1174 wird das heute noch sichtbare eindrucksvolle Zisterzienserkloster Arnsburg gegründet. Auf der Stelle der alten Burg wurde eine Heiligkreuzkapelle 1399 eingeweiht, die 1623 zerstört wurde.

Baubeschreibung: Der quadratische Turm der Turmburg aus dem frühen 11. Jahrhundert stand in einem engen von einer Mauer umgebenen Hof. Die Mauer bog an der Südecke aus, um den 17 Meter tiefen bis in das Grundwasser reichenden Brunnen einzubeziehen. Unmittelbar östlich der Anlage wurde eine kleine Kapelle eingerichtet. Bald nach Gründung erhielt die Burg im Nordosten eine weitere Mauer mit vorgelegtem Graben, der sich im Osten in einem Bogen um die Kapelle zog. Der 3. Bauabschnitt besteht aus einem Pfeilerbau östlich der Turmburg und einer Verlängerung der Burgmauer nach Nordosten. Knapp 40 Meter nö des Turmes konnte in dieser Mauer ein befestigter Torbau festgestellt werden. Der Graben vor der Kapelle wurde aufgefüllt und die Kapelle erweitert. Die 4. Bauetappe brachte eine neue Umfassungsmauer, die im Kernbereich der Burg unmittelbar vor der älteren Mauer stand und im Nordosten bis zum Steilabfall zur Wetter reichte. So war der gesamte Geländesporn in den Burgbereich einbezogen. Im nördlichen Teil des Areals entstand ein runder Bergfried. Diese letzte Ausbaustufe ist vor 1150/51 anzusetzen. Auch danach wurde weitergebaut. Die späteren noch festgestellten Mauerzüge gehören wohl zu einer Art Baukloster, als Unterkunft der Baumeister des jetzt entstehenden Zisterzienserklosters.

Quelle: Dehio S. 23

Von: (sg)