Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Hessen Zuletzt aktualisiert: 22.10.2005

Battenberg/Ldkr. Waldeck-Frankenberg

15 km nö Biedenkopf/Hessen

Burg Battenberg wurde vermutlich, basierend auf einer älteren Anlage (?), Anfang des 12. Jahrhunderts von einem Grafen von Hohenlinden errichtet.
1166 taucht ein Theoderich von Battenberg in den Quellenauf; 1174 erscheint als Nachkomme der Grafen von Hohenlinden ein Graf Werner von Wittgenstein, der sich auch Graf von Battenberg nannte (Lacomblet 1,314,332). Nach Lennarz nennen sich die Grafen von Wittgenstein bis 1214 nach Wittgenstein, erst danach nach Battenberg. Nach Dehio wurde die Stadtburg Battenberg 1214 erstmals genannt.
Die Anfang des 13. Jahrunderts von den Battenbergern gegründete Kellerburg [siehe dort] wird erstmals 1228 erwähnt, als sie dem Landgrafen Heinrich Raspe zu Lehen aufgetragen wurde (Wenck 3,101; Dobenecker 3, Nr.9).
Die Herren von Battenberg waren 1212/1214 bis 1229 in der Umgebung Landgraf Hermanns von Hessen zu finden (Dobenecker 2, Nr.1585). Seit 1228 führten sie aber bereits Verhandlungen mit dem Mainzer Erzbischof Siegfried über den Verkauf der halben Burgen Battenberg und Kellerburg (BW 32,567 und BW 33,132). Der Kauf kam aber nicht zustande, da mit dem Tod Graf Hermann I. von Battenberg 1234 der Battenberger Zweig der Grafen von Wittgenstein ausstarb und die Grafschaft an Wittgenstein zurückfiel. Widukind I., der Bruder des Verstorbenen, übergab die halbe Grafschaft Battenberg (hier wird die Stadt erstmals genannt) an Widukind II., seinen jüngeren Sohn. Sein Bruder Siegfried I. von Wittgenstein, besaß die andere Hälfte (Lennarz S.83). Der Kauf verzögerte sich, weil die andere Hälfte Graf Siegfried I. von Wittgenstein gehörte, und auch die Herren von Waldeck erbrechtliche Ansprüche anmelden konnten. Die Burg war zudem Lehen des thüringischen Landgrafen Konrad. Der 1228/1234 vorbereitete Kauf kam erst 1238 zustande (BW 33,292). Die beiden Grafen verkauften eine Hälfte der Burgen Battenberg und Kellerburg mit der dazwischen liegenden Stadt und die Grafschaft Stiffe an den Mainzer Erzbischof (BW 33,292).
Die Grafen von Battenberg machten 1280 gemeinsame Sache mit den Landgrafen gegen das Mainzer Erzstift und dessen treue Verbündete, die Herren von Hatzfeld, um sich deren Besitz anzueignen (Lennarz S.116).
Erzbischof Gerhard einigte sich 1291 mit dem kinderlosen Graf Hermann von Battenberg über eine Teilung der Grafschaft. Während Burg Battenberg und die Gerichte Laisa und Battenfeld dem Erzbischof zufielen, kam die gemeinsame Burg Kellerberg an den Grafen. Für sie konnte der Mainzer lediglich ein Vorkaufsrecht erwirken (Vogt, Erzbischofsregesten 235). 1296 kaufte der Erzbischof von Graf Hermann den restlichen Besitz der vom Aussterben bedrohten Battenberger (Vogt, Erzbischofsregesten 449). 1297 verkaufte bzw. verpfändete der Edelherr Hermann von Battenberg mit Zustimmung seines Schwagers Heinrich von Waldeck und dessen Ehefrau Ida die Burg Kellerburg mit allem Zubehör für 2000 Mark an Erzbischof Gerhard (Vogt, Erzbischofsregesten 480) .
Im Jahr 1303 verpfändete derselbe Erzbischof seinem Amtmann Graf Johann von Waldeck und dessen Sohn Heinrich Stadt Battenberg und Burg Kellerberg (Vogt, Erzbischofsregesten 749, 766). Graf Heinrich von Waldeck, der 1297 auf alle Ansprüche auf Kellerberg verzichtet hatte (Vogt, Erzbischofsregesten 480), geriet darüber mit dem Mainzer in Streit und wurde von diesem gefangengenommen. Erst 1308 söhnten sich die beiden aus. Graf Heinrich verzichtete gegen Zahlung von 2000 Mark und die Verpfändung der Burg Gieselwerder auf alle Besitzansprüche an Burg Kellerberg und Burg und Stadt Battenberg (Vogt, Erzbischofsregesten 1159). Am 11.5.1308 verzichtete auch Graf Gerlach von Nassau auf seine Ansprüche an Battenberg (Vogt 1169), ebenso wie 1322  Graf Siegfried von Wittgenstein (Vogt, Erzbischofsregesten 2394). Damit war Mainz im Besitz des gesamten späteren Amtes Battenberg.
Die Burg diente jetzt überwiegend als geldwerter Pfandbesitz. Das Erzstift verpfändete die Herrschaft Battenberg u.a.: 1347 an Hermann von Lißberg (Otto, Erzbischofsregesten 5597) und in den 50er Jahren an die Milchlinge (Otto, Erzbischofsregesten 5827, 5980), an Adolf von Biedenfeld und Volprecht von Dersch, an den erzbischöflichen Bruder Graf Johann von Nassau (Vigener 604, 605, 606), 1364 als Unterpfand an Graf Otto von Waldeck (Vigener 1729).
Die Gefahren einer Verpfändung an mächtige Landesherren zeigten sich dann bald. Als der Erzbischof seine Pfandburg einlösen wollte, verweigerte Graf Otto die (Vigener 1763). Daraufhin beschloss der Mainzer 1368, Battenberg im Rahmen eines Kriegszuges zu erobern und anschließend erneut seinem Bruder, Graf Johann von Nassau. zu verpfänden (Vigener 2375).
1462/64 waren die Burgen Battenberg und Kellerburg noch in gutem Zustand. Während Burg Kellerburg nach 1464 aufgegeben wurde, wohnt auf Battenberg ein mainzischer Amtmann. Im gleichen Jahr wurde Burg Battenberg jedoch an Hessen verpfändet. Sie blieb bei Hessen und musste 1583 sogar ganz und endgültig abgetreten werden. 1604 war sie im Besitz der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt.
Die Burggebäude wurden nach weitgehend 1779 abgetragen. 1980 wurden Mauerwerk und Keller der ehemaligen Vorburg unter dem evangelischen Pfarrhaus, einem Fachwerkbau aus der Zeit um 1800, gefunden.

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen; Dehio, Hessen S. 66; Knappe S. 140 und 149; Reimer 27; Lotz S. 18ff.; Anhalt S.19, 29; Wrede S. 23; Lotzenius; Demandt, Hessen S. 389f.; Martini, Lehnshof S. 25; Lennarz S. 60; Tillmann S. 487

Von: (sg)