Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: M, Hessen, Mainzer Erzbischöfe, Hessische Landgrafen Zuletzt aktualisiert: 29.07.2005

Malsburg

Gemeinde Malsburg östlich Volkmarsen

Die Grafen von Malsburg werden 1117 erstmals genannt. 1124 durch Der Edelfreie Folkold sowie Udalrich von Warthbeche trugen 1124 die Malsburg zusammen mit Burg Schartenberg dem Mainzer Erzbischof Adalbert I. zu Lehen auf (MzUB U, 519). Volkold zog sich dann nach Nidda zurück und begründete dort die Familie der Grafen von Nidda. Auf der Malsburg wird 1143 mit den Ministerialen Stephan und Dietrich von Malsburg ein niederadeliges Geschlecht genannt, das wahrscheinlich ein Zweig der Familie Schartenberg war, die sich nun nach ihrem Burgsitz benannte. Der Mainzer Erzbischof Konrad I. schenkte 1162 dem Kloster Hasungen den Rodungszehnten bei Burg Malsburg in der Gemarkung (territorio) des dem Kloster gehörenden Dorfes Escheberg (MzUB 2, 268).
Landgraf Heinrich I. von Hessen eroberte während eines Eroberungszuges 1260 (?) auch die Malsburg, musste sie aber zurückgeben (Knappe). Stephan und Hermann, Brüder und Edelknechte von Malsburg verpfändeten auch im Namen ihrer Söhne und weiteren Brüder 1329 dem Ritter Rene von Pappenheim und seinen Brüdern für 120 Mark lötigen Silbers, Wartburger Gewicht, einen Sitz auf der Malsburg. Die Pappenheimer durften aber den Lehnsherren der Malsburger, dem Mainzer Erzbischof und Herzog Otto von Braunschweig, von der Malsburg aus keinen Schaden zufügen (Otto 3690). Die Malsburger öffneten 1337 dem Mainzer, seinen Amtleuten und der Stadt Hofgeismar gegen Zahlung von 85 Mark lötigen Silbers ihre Burg. Weiterhin ließen sie ihm ihr Dorf Esebecke auf und empfingen es als erbliches Burglehen zurück. Der Erzbischof plante dort mit ihrer Hilfe eine Burg zu erbauen (Otto 4074).
Die Burgen Sababurg und Malsburg wurden 1353 während einer Pfandschaft dem Bischof Balduin von Paderborn zur Burghut übertragen, er sollte sie beschützen und dem Mainzer Erzstift als Offenhaus bewahren.
Unter den Burgherren Stebe und Hermann von der Malsburg wurde die Burg - zum einen nicht näher bekannten Zeitpunkt - offiziell dem Erzbischof überlassen (gesatzt). In einer Urkunde vom 5. Dezember 1392 wird auf diesen Umstand hingewiesen. Da Stebe und Hermann mittlerweile verstorben waren, bestätigten die Brüder Wernher der alte und Johann, sowie der Sohn des Johan, Johann der junge, alle von der Malsburg, diese Übertragung für ihre Burghälfte sowie für die andere Burghälfte, soweit es sie betraf (MIB 12 fol. 169v). Wer auf der anderen Burghälfte lebte, wird nicht mitgeteilt.
Die Malsburg, Mitte des 14. Jahrhundert Teil des Amtes Hofgeismar (Otto 5983), blieb bis 1427 mainzisch. Als damals das Erzstift den „Kampf um Hessen“ verlor fiel auch die Malsburg an die Landgrafen von Hessen.
Heute sieht man auf der Spitze des Burgberges nur noch geringe Mauerreste eines Rechteckbaus, eines Rundturmes (Bergfried?) mit Treppenspindel und eines Brunnens.

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen; Dehio S.442; Knappe S.30f.; Reimer S.317.

Literaturhinweise:
Wilhelm Grotefend: Die älteste Geschichte der Malsburg und ihrer Besitzer. In: Hessenland 9 (1895).
Heiner Wittekind: Zur Geschichte der Malsburg. In: Jahrbuch Landkreis Kassel 1980, S.29-32.

Von: (sg)