Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Hessen Zuletzt aktualisiert: 23.06.2005

Blankenstein/Lkr. Marburg-Biedenkopf

s bei Gladenbach, 15 km sw Marburg/Lahn

Die Herren von Merenberg ließen um 1237 die Burg Blankenstein auf einer alten Burgstelle (919) von ihren Lehnsleuten, den Herren von Rodheim und von Rodenstein erbauen. Im Kampf um die Sicherung der Landgrafschaft ließ Herzogin Sophie von Brabant 1248 u.a. auch den Blankenstein erobern und zerstören. Er wurde 1255 von Ernst von Rodheim und Gottfried von Rodenstein wieder aufgebaut. 1260 okkupierten die mainzischen Parteigänger, die Herren von Nordeck und von Biedenfeld die Burg; sie wurde aber von den Leuten der Herzogin Sophie von Brabant zurückerobert. 1261 trugen die Rodheimer und Rodensteiner die Burg der Landgräfin Sophie zu Lehen auf. 1292 soll die Burg von einigen Rittern, die gegen Heinrich I. rebellierten, erobert worden sein, doch 1317 war sie wieder landgräflich. (Wyss 2,322). Grund des landgräflichen Interesses könnte der nahe Schieferbergbau gewesen sein. Der Landgraf verpfändete die Burg an die Herren von Hohenfels. Die Ritter Heinrich gen. Kalp und Volpert von Hohenfels geloben 1322 dem Mainzer Elekten Mathias, mit ihrer Burg Blankenstein, die sie vom Landgrafen Otto von Hessen zu Pfand haben, als Burgmannen zu dienen (Vogt 2343). Trotz dieser mainzischen Infiltration, die die Lösung durch Hessen verhindern sollte, blieb die Burg hessisch. 1323 verzichteten die Merenberger endgültig auf Burg Blankenstein. 1352 wurde die Burg Hessen überlassen und Sitz eines Amtmannes. Während der 100-jährigen „Dernbacher Fehde“ diente die Burg als vorgeschobener Stützpunkt und wurde mehrfach verpfändet. Seit 1398 ist die Burg Sitz einer hessischen Amtsverwaltung. Die Anlage wird schlossartig umgebaut, mit für den Landesherrn reservierten Räumen. Am Schlossberg entsteht ein Brauhaus. 1458 fiel der Blankenstein bei der Teilung Hessens an Landgraf Heinrich III. von Oberhessen und diente ihm als Sommersitz. 1471 wird hier Landgraf Wilhelm III. geboren, 1478-1480 wurde auf der Burg Erzbischof Ruprecht von Köln inhaftiert, 1526/27 war sie Zufluchtsort für Herzog Ulrich von Württenberg. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts werden Scheunen und Stallungen innerhalb der Ringmauer errichtet. Im Jahr 1627, nach längerem Erbschaftsstreit, wird Burg Blankenstein dem Haus Hessen-Darmstadt zugesprochen. Wenig später, 1635, erfolgte der Bau von Barrikaden vor dem Tor, zudem verlegte man die Zufahrt. 1646/47 wird die Burg von niederhessischen Truppen eingenommen, doch bald von Oberhessen wieder zurückgewonnen. 1647 erfolgte eine erneute Eroberung und Zerstörung der Burg diesmal durch niederhessische Truppen. Doch zwischen 1648-1665 erfolgte der Neubau eines Amtshauses. Das Schlossgebäude blieb aber bis ins 18. Jahrhundert bewohnt, 1770 ließ Ludwig IX. sie dann zugunsten eines neuen Amtshauses niederreißen.

Quelle: Tillmann S. 96; Knappe S. 275; Reimer S. 51; Dehio S. 340

Literaturhinweise:
Rudolf Acker: Wie Schloß Blankenstein zerstört wurde. In: HiGbll 39 (1960)
Julius Flach: Burg Blankenstein bei Gladenbach. In: Touristische Mitteilungen 15 (1907)
N.N. Premer: Blankenstein. In: MGB 1 (1907)
K. Eckhardt: Schloß Blankenstein bei Gladenbach. in: Nassovia 2 (1901) K. Huth: Gladenbach 1974.

Von: (sg)