Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Hessen Zuletzt aktualisiert: 18.06.2005

Biedenkopf

Biedenkopf an der Lahn

Die Burg wurde nach 1180 von den Landgrafen von Thüringen angelegt. Der 1196 erwähnte Ministeriale Hartmuth de Biedencaph war wohl ein Burgmann der Landgrafen. Biedenkopf kam dann an die hessischen Landgrafen. Die Hessen ließen die vermutlich kleine Turmburg um 1238 zu einer größeren Burg ausbauen. Zu dieser Zeit war Biedenkopf bereits Stadt (1233, 1254 als solche erwähnt). Biedenkopf war bis 1284 hessische Münzstätte. Die Burg wurde 1293 aus nicht bekannten Gründen zerstört. Im Jahr 1302 wurden Biedenkopf Sitz eines hessischen Amtmannes. Seit 1335 entstand die Neustadt im Tal. Um die Jahre 1360-1365 wurde die Burg unter Landgraf Heinrich II. mit wesentlich kleinerem Grundriss wieder aufgebaut. Seit dem 16. Jahrhundert geriet die Anlage in Verfall. Stadtbrände 1647 und 1717. Nach dem Friedensschluss von 1648 fiel Biedenkopf an Hessen-Darmstadt (1652). 1843-47 wurde die Anlage durch Georg Moller restauriert. 1866 kam Biedenkopf an Preußen. 1950-55 erfolgte der Einbau einer Gaststätte in die Burganlage.

Baubeschreibung (Dehio): Gipfelburg. Ungefähr rechteckiger Bering, an seiner Südseite der runde, im Unterbau noch romanische Bergfried, Verließ und oberstes Geschoß kuppelgewölbt. Daneben Spitzbogentor, von einem Ecktürmchen flankiert. Im Hof der zweigeschossige Wohnbau mit sechseckigem Treppentum, in jedem Geschoß ein saalartiger Mittelraum mit Balkendecke auf Holzstützen, im obersten Raum ein gotischer Kamin. Zwinger an der Ostseite (14 Jh.) und Südseite (15.Jh.) Die Zinnen an Turm und Mauern von Moller. Nördlich vorgelagert die Grundmauern der älteren Burganlage.

Quelle: Knappe S. 274; Dehio, Hessen S. 88

Von: (sg)