Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Hessen Zuletzt aktualisiert: 04.06.2005

Berlepsch

Gemeinde Berlepsch-Ellerode (Stadt Witzenhausen), Werra-Meissner-Kreis

Die Familie von Berlepsch stammt aus Barlissen bei Göttingen. Ihre dortige Burg wurde zerstört und die Familie aus Barlissen verdrängt. Ein Zweig der Familie, die Sparrenlinie, siedelte sich in Berlepsch an. Arnold von Berlepsch begann im Jahr 1368 mit dem Bau der Burg Berleybischin und trug sie dem Landgrafen von Hessen zu Lehen auf. Auf diese Weise suchte man Schutz gegen die Herzöge von Braunschweig, deren Herrschaftsbestrebungen auch in diesen Landesteil zu spüren waren. Mit Hans von Berlepsch starb die Familie 1391/92 aus und die Burg fiel als erledigtes Lehen an den Landgrafen zurück. Thilo von Berlepsch, Burgmann auf der Burg Zierenberg, bemächtigte sich des ehemaligen Familienbesitzes. Die Landgrafen protestierten vergeblich und waren gezwungen, ihre Burg gewaltsam zurückzuerobern. Die Zerstörungen wurden beseitigt. 1461 tauschte Landgraf Ludwig II. Burg Berlepsch gegen die Burg Sensenstein mit den Sittich von Berlepsch, dem anderen Zweig der Familie.Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Burg 1631 teilweise zerstört, nach dem Krieg aber wieder aufgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts (1881-1894) baute man die Anlage dann schlossartig um. Von der mittelalterlichen Burg blieben aber große Teile der Umfassungsmauern, Wehrgänge und Türme erhalten.

Baubeschreibung (Dehio): Die Silhouette der malerischen Baugruppe ist wesentlich durch den historisierenden Ausbau des 19. Jahrhunderts bestimmt. Dreiflügelige Kernburg mit Binnenhof, dessen freie Nordseite eine Wehrmauer mit Portal von 1369 abschließt. Der Westflügel („Hohes Haus“) noch 14.Jahrhundert, Ende des 16.Jahrhunderts verändert. Der Südflügel 16.Jahrhundert, 1893-94 ausgebaut. Im Winkel beider Flügel ein Treppenturm mit Portal, 1593. Der Ostflügel wurde 1885 neu errichtet. Die äußeren Befestigungen 15. und 19. Jahrhundert, beiderseits des Einganges zur Vorburg ein bastionsartiger Halbrundturm von 1407 und ein quadratischer Wachturm, bezeichnet 1585, 1699 und 1881. Im Vorburghof gotischer Taufstein.

Quelle: Dehio S. 79; Knappe S. 48

 

Von: (sg)