Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Hessen Zuletzt aktualisiert: 04.06.2005

Bensheim a.d.B.

Bensheim an der Bergstraße

Bensheim war ursprünglich im Besitz des Klosters Lorsch. 1229 verpfändeten Pfalzgraf Ludwig und sein Sohn Otto dem Erzbischof Siegfried II. die Vogtei über Heppenheim (Böhmer/Will 2 S.202 Nr.590), doch noch 1231 war Otto nicht bereit, die Vogtei herauszugeben (Böhmer/Will 2 S.212 Nr.6). Der Streit nach dem Übergang des Klosters Lorsch 1232 auf das Erzstift zwischen Erzbischof Siegfried III. und Pfalzgraf Otto bei Rhein, der auf seine vogteilichen Befugnisse pochte, entzündete sich vor allem auch um Bensheim und Wallhausen (Böhmer/Will 2, S.202 Nr.590; ebd. 212 Nr.6; Humpert S.22f.). 1238 schaltete sich sogar der Papst in diesen Streit ein (Böhmer/Will 2 S.249 Nr.282). 1249 überließ Erzbischof Siegfried III. dem Domkapitel den Pfarrsatz in Bensheim, das in der Mainzer Diözese lag (Böhmer/Will 2 S.304 Nr.670). 1253 verzichtete ein Teil des Domkapitels zum Schein auf seine kirchlichen Rechte in Bensheim, um die Burg Starkenburg vom Grafen von Leiningen zurückzuerhalten, doch Erzbischof Gerhard I. intervenierte (Böhmer/Will 2, S.319 Nr.46). 1277 gaben die Schenken von Erbach ihre Bensheimer Lehngüter den Rittern Konrad und Wiphard von Starkenburg und Johann, dem Sohn des verstorbenen Werner von Meinboldesheim (Böhmer/Will 2, S.401 Nr.438). Im Juli 1301 belagert König Albrecht die mainzische Stadt Bensheim (Vogt 701). Bensheim erhielt 1318 Stadtrechte, die Erzbischof Peter der Stadt 1320 bestätigte (Vogt 2164). 1344 fordern die Pfalzgrafen ihre vogtbaren Güter Starkenburg, Heppenheim und Bensheim zurück, die der Erzbischof ihnen ohne Recht entzogen habe; der Erzbischof weist diese Forderungen zurück (Otto 5126), dies weist der Erzbischof zurück (Otto 5144). 1346 stellt Erzbischof Heinrich der Stadt erneut ein Privileg aus (Otto 5516). 1349 verpfändet Vormund Kuno von Falkenstein den Grafen von Katzenelnbogen die äußere und innere Stadt Bensheim (Otto 5745). 1355 löst Erzbischof Gerlach Stadt/Burg Bensheim wieder aus (Vigener, Regesten 358ff.). [Nach Humpert 25 soll Bensheim 1355 an Johann von Katzenelnbogen verpfändet gewesen sein = MIB 4 fol.128, aber im selben Jahr gelöst worden sein MIB 4, 141], doch bereits 1356 verpfändet Erzbischof Gerlach der Else von Lißberg und dem Engelhard von Hirschhorn die Starkenburg und die Städte Bensheim und Heppenheim, um Burg und Stadt Bingen lösen zu können (Vigener, Regesten 579). 1362 bestätigt Erzbischof Gerlach den Empfang der erzbischöflichen Burgen Starkenburg, Heppenheim und Bensheim samt Zubehör, die Sallintin von Sayn, Graf zu Wittgenstein und dessen Ehefrau Gräfin Else verpfändet waren (Vigener 1507). 1362 Burgfrieden zwischen Erzbischof Gerlach und seinem Herrn und Oheim Pfalzgraf Ruprecht d.Ä. einerseits und Engelhard von Hirschhorn andererseits zu Starkenburg, Bensheim und Heppenheim. Die Burgen(anteile) sind Engelhard weiterhin verpfändet (Vigener, Regesten 1513). Erzbischof Gerlach finanziert 1362 die Lösung der halben Burgen Starkenburg, Bensheim und Heppenheim (Vigener 1568, 1754ff). 1364 nimmt Erzbischof Gerlach den Ritter Anselm von Hemsbach zum Burgmann (Vigener 1890). Zwischen 1461 und 1659 war Bensheim an Kurpfalz verpfändet (Humpert 25)

Quelle: Grathoff, Erzbischofsburgen; Humpert 

Literaturhinweise:
Heckler, N.N.: Beiträge zur Geschichte der Stadt Bensheim. Darmstadt 1852.
Henkelmann, Karl: Geschicht der Stadt Bensheim bis zum Ausgang des 30jährigen Krieges. Verfassung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit. FS zur 600-Jahr-Feier 1920.
Mathes, Richard: Die "adelige" Burg zu Bensheim. In: Bergsträßer Heimatblatt 1974, Nr.1
Mathes, Richard: Vom Marktflecken zur Stadt (956-1956). Großausstellung 1000 Jahre Marktrecht Bensheim a.d.B. 1956.

Von: (sg)