Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Hessen Zuletzt aktualisiert: 04.06.2005

Beilstein/Westerwald

Beilstein 4 km w Greifenstein

Burg Beilstein war Sitz der 1129 erstmals genannten Herren von Beilstein. 1226 verkaufte Rudolf von Beilstein(-Greifenstein) seinen Anteil an der Burg an die Herren von Merenberg. 1229 bzw. 1230 ist sie im Besitz der Grafen von Nassau. Der Ort Beilstein ist erst nach der Burg entstanden und erhielt 1321 Stadtrechte. Bei der Erbteilung zwischen den Söhnen des Grafen Heirnich II. von Nassau-Dillenburg setzte Graf Otto II. die Hauptlinie fort. Sein Bruder Heinrich gründete die Linie Nassau-Beilstein. Unter ihm entstanden um 1350 der Palas und die Schildmauer. Bis 1561 war Beilstein der Sitz der älteren Linie der Grafen von Nassau-Beilstein, danach 1607-1739 Sitz der jüngeren Linie. Die Burg wurde 1607-1612 als Residenz ausgebaut, blieb es aber nur kurze Zeit (bis 1620 unter Graf Georg). Seit dem 18. Jahrhundert begann der Verfall des Schlosses. 1806 wurde der Ort Beilstein bergisch, die Burg wurde sechs Jahr später (1812) unter französischer Besatzung auf Abbruch verkauft. Von 1816-66 war Beilstein nassauisch. Die Ruine gehört heute dem Land Hessen.

Baubeschreibung:
Die Ausläuferanlage ist an der Hangseite durch tiefen (teilweise erhaltenen) Halsgraben geschützt. Ein Bergfried scheint nicht vorhanden gewesen zu sein. Der große rechteckige Palas, heute Ruine, stammt aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhudnerts. Er verfügt an den vier Ecken über kleine, runde, gemauerte Verstärkungstürme, sog. Ecktourellen (Einfluss des französischer Donjons), die ursprünglich von einer Wehrplatte über Bogenfriesen abgeschlossen waren. Der dreigeschossige Palas hatte eine hohes Satteldach, die bergseitige Schmalseite ist schildmauerartig verstärkt und um zwei Stockwerke höher gemauert. Die andere Schmalseite wurde durch eine nachträglich vorgebaute Halbrundbastion gesichert (um 1500). An der südwestlichen Ringmauer lassen sich die Ruinen zweier Nebengebäude ausmachen. Im Südosten jenseits des Halsgrabens befand sich einst die Vorburg, bestehend aus einem stark zerstörten Wirtschaftsgebäude (um 1610) und einem großen, sehr verwahrlosten Torhaus aus der gleichen Zeit, einem schlichten zweigeschossigen Bau mit Tordurchfahrt und Zwerchhäusern.

Quelle: Dehio, Hessen S. 72, Knappe S.416

Literaturhinweis:
Wolfgang Einsingbach: Beilstein. Bad Homburg 1978.

Von: (sg)