Zu sehen ist die Burg Sooneck
Burgenlexikon - Dr. Stefan Grathoff

Kategorie: B, Hessen Zuletzt aktualisiert: 30.05.2005

Battenberg/Eder

Gemeinde Battenberg an der Eder

Die Burg wurde vermutlich Anfang des 12. Jahrhunderts von einem Grafen von Hohenlinden erbaut. 1166 ist ein Theoderich von Battenberg genannt und 1174 erscheint als Nachkomme der Grafen von Hohenlinden ein Graf Werner von Wittgenstein, der sich auch Graf von Battenberg nannte (Lacomblet 1,314,332). (Nach Lennarz (S.60) nennen sich die Grafen von Wittgenstein bis 1214 (Erstnennung der Burg) nach Wittgenstein, erst danach nach Battenberg). Die Brüder Werner, Widekind und Hermann von Battenberg waren 1212/1214 in der Umgebung Landgraf Hermanns zu finden (Dobenecker 2 Nr.1585). Noch 1228 sind sie als landgräfliche Beamte in Marburg bezeugt. In diesem Jahr und 1234 (Graf Widekind II.) führten sie aber bereits Verhandlungen mit dem Mainzer Erzbischof Siegfried über den Verkauf der halben Burgen Battenberg und Kellerberg (BW 32,567 und BW 33,132). Der Kauf kam aber nicht zustande, da mit dem Tod Graf Hermann I. von Battenberg 1234 der Battenberger Zweig der Grafen von Wittgenstein ausstarb und die Grafschaft an Wittgenstein zurückfiel. Widukind I., der Bruder des Verstorbenen, übergab die halbe Grafschaft Battenberg an Widukind II., seinen jüngeren Sohn. Sein Bruder Siegfrieds I. von Wittgenstein, besaß die andere Hälfte (Lennarz S.83). Der 1228/1234 vorbereitete Kauf kam erst 1238 zustande (BW 33,292). Die Grafen Siegfried und Widekind II. sowie Werner II. von Wittgenstein verkauften eine Hälfte an Burg Battenberg und Kellerberg mit der dazwischen liegenden Stadt und die Grafschaft Stiffe an den Mainzer (BW 33,292). Die Grafen von Battenberg machten 1280 gemeinsame Sache mit den Landgrafen gegen das Erzstift und dessen treue Verbündete, die Herren von Hatzfeld, um sich deren Besitz anzueignen (Lennarz 116). Erzbischof Gerhard einigte sich 1291 mit dem kinderlosen Graf Hermann von Battenberg über eine Teilung der Grafschaft. Während Burg Battenberg und die Gerichte Laisa und Battenfeld dem Erzbischof gehören sollten, fiel die gemeinsame Burg Kellerberg dem Grafen zu, der Erzbischof erwirkte aber für sie das Vorkaufsrecht (Vogt 235). 1296 kaufte der Erzbischof von Graf Hermann den restlichen Besitz der aussterbenden Battenberger (Vogt 449). Im Jahr 1303 belehnte Erzbischof Gerlach seinen Amtmann Graf Johann von Waldeck und dessen Sohn Heinrich mit der Stadt (oppidum) Battenberg und Burg Kellerberg, wandelte diesen Vertrag aber umgehend in ein Pfandlehen um (Vogt 749, 766). Graf Heinrich von Waldeck, der 1297 auf alle Ansprüche auf Kellerberg verzichtet hatte (Vogt 480), geriet darüber mit dem Erzbischof in Streit und wurde von diesem gefangen genommen. Im Jahr 1308 versöhnten sich die beiden. Graf Heinrich verzichtete gegen Zahlung von 2000 Mark und die Verpfändung der Burg Gieselwerder auf alle Besitzansprüche an Burg Kellerberg und Burg und Stadt Battenberg (Vogt 1159) . Am 11.5.1308 verzichtet auch Graf Gerlach von Nassau auf seine Ansprüche an Battenberg (Vogt 1169), ebenso wie 1322 auch Graf Siegfried von Wittgenstein (Vogt 2394). Damit war Mainz im Besitz des gesamten späteren Amtes Battenberg. Die fünf Vormünder des Stiftes verpfänden 1347 mit Zustimmung Erzbischof Heinrichs dem Hermann von Lißberg Burg und Stadt (Wall-)Dürn und die Stadt Buchen für 7300 Kl. Gulden, von denen sie 3500 auf Burg und Stadt Battenberg, Burg Mellnau und Stadt Wetter anwiesen (Otto 5597). Die Brüder Volpracht und Edelknecht Werner gen. Milchlinge, Amtleute des Erzbischofs, hatten 1350 Burg und Gericht Battenberg und Burg Kellerberg zu Pfand (Otto 5827). Darüber beschwerten sich die Lißberger, die ihr Geld noch in Battenberg stehen hatten. 1355 wurde vereinbart: Sollte der Erzbischof Ballenberg lösen, musste er dafür die Burgen (Wall)Dürn und Buchen den Lißbergern überantworten (Vigener 310). Nachdem Erzbischof Gerlach Burg und Stadt Battenberg 1356 von Adolf von Biedenfeld und Volprecht von Dersch gelöst hatte, versprach er sie 1356 seinem Bruder Graf Johann von Nassau als Pfand (Vigener 604, 605). Dieser kam zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt wirklich in den Pfandbesitz, unterverpfändete aber 1364 Burg und Stadt Battenberg sowie Burg Kellerberg seinem Neffen Graf Otto von Waldeck (Vigener 1729). Daraufhin versuchte der Erzbischof, die Burg auszulösen, was Graf Otto offensichtlich nicht zuließ (Vigener 1763). 1368 beschloss der Erzbischof Battenberg im Rahmen eines Kriegszuges gegen Graf Otto von Waldeck zu erobern und anschließend erneut an Graf Johann von Nassau zu verpfänden (Vigener 2375). 1462/64 waren Battenberg und Kellerberg noch in gutem Zustand. In Battenberg wohnte ein mainzischer Amtmann. Im gleichen Jahr wurde sie jedoch an die Landgrafschaft Hessen verpfändet und 1583 endgültig abgetreten. Im Jahr 1604 fiel Burg Battenberg an Hessen-Darmstadt.

Baubeschreibung: Die ehemalige Stadtburg Battenberg vermutlich eine frühmittelalterliche Gründung als Spornanlage. Die späteren gebäude wurden nach 1779 abgetragen. Mauerwerk und keller der ehemaligen Vorburg waren unter dem 1980 angebrochenen ev. Pfarrhaus, einem Fachwerkbau um 1800, erhalten. Von der Kellerburg der Graben und Reste des Berings um den runden Bergfried erhalten (Dehio)

Quelle: Dehio 66; Knappe 140 und 149; Reimer 27; Lotz 18ff.; Anhalt, S.19, 29; Wrede 23; Lotzenius; Demandt, Hessen 389f.; Martini, Lehnshof 25; Lennarz 60; Tillmann 487

Literaturhinweise:
Keuscher, N.N.: Die Burgen Battenberg und Kellerberg. In: Archiv für hessische Geschichte (AHG) 7 (1853).

Von: (sg)