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1. Einführung
2. Weltliche Herrschaft
3. Umfang der Rebflächen
4. Art der Weineinkünfte
5. Das Personal
6. Weinabsatz und Handel
7. Bedeutung des Weins
8. Zusammenfassung
9. Exkurs: Bauernkrieg
10. Tabellen
11. Abkürzungen
12. Fußnoten
13. Literaturverzeichnis
8. Zusammenfassung
Somit lassen sich folgende thesenartige Feststellungen treffen:
1. Für die Weinwirtschaft der Abtei bedeutete das 16. Jahrhundert eine Zeit des Niedergangs. Erst mit Anfang des 17. Jahrhunderts erfolgte ein wirtschaftlicher Wiederauftstieg (FN 435).
2. Der Eigenbau der Abtei, der nicht einmal ein Zehntel der Weinerträge ausmachte, blieb im 16. Jahrhundert, was Anbaufläche und Bewirtschaftungskosten betraf, unverändert. In der Hauptsache dienten die Weine aus dem Eigenbau dem eigenen Verbrauch der Abtei. Ein wirtschaftlicher Nutzen wurde aus dem Eigenbau nicht angestrebt.
3. Die Zehntlieferungen, die zu Beginn des Untersuchungszeitraumes gut die Hälfte der Weineinnahmen der Abtei ausmachten, sanken dramatisch. Die Wirtschaftsverwaltung war nicht in der Lage, die Zehnteinnahmen auf den in vielen Ortschaften verstreut liegenden Zehntäckern zu kontrollieren. Da die Zehntschuldner zunehmend dazu übergingen, den Zehnt selbst an den Trotten abzuliefern, entglitt der Abtei die Kontrolle über die Höhe der Abgabe und ihre ordnungsgemäße Entrichtung.
4. Von einer ähnlichen Entwicklung war die Pachtorganisation betroffen. Fixpacht und Teilbau (Halb-, Drittel- und Viertelpacht) machten gut ein Drittel der abtei-andlauischen Weineinkünfte aus. Die Einnahmen aus der Pacht wurden nach und nach geschmälert, da zahlreiche Pächter oft jahrelang ihre Pacht nicht zahlten. Die Abtei war nicht in der Lage, wirkungsvollen Druck auf die Pächter auszuüben. Pachtentzug aufgrund von Zahlungsunfähigkeit läßt sich in den abtei-andlauischen Weinäckern nur in seltenen Fällen belegen. Bei den wenigen bekannt gewordenen Neuverleihungen konnten die neuen Pächter mit einer Befreiung von den ersten Pachtzahlungen rechnen, damit sie die Schulden ihrer Vorgänger zunächst ausgleichen konnten. In den meisten Fällen wartete die Abtei aber ergeben, bis die säumigen Pächter den geschuldeten Zins nachzahlten. Doch hier wirkte sich die unzulängliche Buchführung des Abteischaffners bzw. der Meier in den einzelnen Orten nachteilig aus. Geschuldete Pachtzahlungen wurden vergessen, geleistete Pachtzahlungen nicht schriftlich festgehalten, was zu Meinungsverschiedenheiten mit den Pächtern führte. In einigen Fällen war die Abtei nicht in der Lage anzugeben, welche Rechtsqualität einzelne Weinäcker besaßen und ob bzw. welcher Zins ihr überhaupt zustand. Die Folge war, daß auch die Pacherträge seit der zweiten Dekade des Jahrhunderts kontinuierlich sanken.
5. Die Abtei fing die durch schlechte Weinjahrgänge und Mißmanagement gleichermaßen verursachten sinkenden Einnahmen an Wein durch Reduzierung der Kellerbestände und gesteigerte Verkaufsbemühungen auf. Dank steigender Fuderpreise konnten wieder höhere Erlöse aus dem Weinverkauf erziel werden.
6. Der Anteil des Weines am Gesamtwirtschaftsergebnis der Abtei sank kontinuierlich. Gründe für diesen Niedergang lassen sich zum einen in der nicht Schritt haltenden Wirtschaftsorganisation der Abtei finden. Ausgedehnter Streubesitz und eine zu Zentralismus tendierende unflexible Wirtschaftsführung führten zu Defiziten hinsichtlich der Kontrolle im Bereich der Zehnt- und Pachtvereinnahmung sowie zu logistischen Problemen im Zusammenhang mit dem Transport der in den teilweise weit entfernten Orten eingenommenen Weine. Trotz einer gewissen hierarchisch ausgeprägten Wirtschaftsstruktur der Abtei hielt das System den Erfordernissen eines durchstrukturierten Wirtschaftsbetriebes nicht stand. Die Buchführung war lückenhaft und unvollständig. Da die Herren von Andlau, Vögte der Abtei und bestimmende Kraft in der Gemarkung des Ortes Andlau, mit energischen Mittel ihrer Herrschaftsausbau verfolgten und eher als Konkurrenten denn als ordnende Macht im Wirtschaftsbetrieb auftraten, war die Abtei den schleppenden Weinlieferungen und Zahlungseingängen aus dem Pacht- und Zehntbetrieb weitgehend hilflos ausgeliefert.

