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1. Einführung
2. Weltliche Herrschaft
3. Umfang der Rebflächen
4. Art der Weineinkünfte
5. Das Personal
6. Weinabsatz und Handel
7. Bedeutung des Weins
8. Zusammenfassung
9. Exkurs: Bauernkrieg
10. Tabellen
11. Abkürzungen
12. Fußnoten
13. Literaturverzeichnis
1. Einführung: Quellenlage und Ziel der Untersuchung
Auf die sakrale und weltliche Bedeutung der Abtei (FN 1) Andlau (FN 2) ist in der elsässischen Geschichtsschreibung immer wieder hingewiesen worden(FN 3). Vor allem E. Bécourt und Heinrich Büttner haben die Entwicklung der Abtei und ihres herrschaftlichen Umfeldes mehrfach thematisiert. Während sich Bécourt auf die Geschichte der Abtei im 14. und 15. Jahrhundert konzentrierte (FN 4), galt Büttners Hauptaugenmerk den Ursprüngen des territorialen Herrschaftsbereiches der Abtei und hier besonders dem schwäbisch-schwarzwäldischen Altbesitz (FN 5). Auch die sagenumwobene Entstehung der Abtei (FN 6) und die Vita ihrer heiliggesprochenen Gründerin Richardis (Richgard) (FN 7) sind häufig geschildert worden. Die wirtschaftliche Betätigung der Abtei, Schwerpunkt ihrer herrschaftlichen Bedeutung in den zahlreichen Orten der näheren und weiteren Umgebung, wurde bisher von der Forschung nicht eingehender untersucht. Lediglich Francis Rapp hat mehrfach auf den Rebbau und die Rentabilität dieses bedeutendsten Wirtschaftszweiges der Abtei hingewiesen (FN 8). Die ungünstige Quellenlage, die allgemein die Darstellung wirtschaftsgeschichtlicher Vorgänge im Mittelalter erschwert, ist auch in der Andlauer Überlieferung gegenwärtig. Das Andlauer Abteiarchiv wurde nach der Zerstörung 1789 und der Aufhebung der Abtei (FN 9) auseinandergerissen und gilt größtenteils als verloren (FN 10). Für die Betrachtung der mittelalterlichen Geschichte der Abtei kann man sich zunächst auf eine Reihe gedruckter Urkunden in den Alsatia Diplomatica von Schoepflin (FN 11), im Urkundenbuch der Stadt Straßburg (FN 12), in der Sammlung Würdtweins (FN 13) und in den Regesten der Straßburger Bischöfe (FN 14) stützen. Auch in den Werken von Brackmann (FN 15) und Kehr (FN 16) sind diverse Urkunden zur Geschichte der Abtei zu finden. Das gesamte erhalten gebliebene Urkunden- und Aktenmaterial der Abtei wird in den Archives Départementales du Bas-Rhin zu Straßburg verwahrt (FN 17), ebenso die Urkunden und Akten der Herren von Andlau (FN 18). Die wenigen für die Zeit des Mittelalters darin befindlichen Schriftstücke eröffnen aber nur einen sehr unvollständigen Einblick in die Geschichte, die Strukturen und die wirtschaftliche Bedeutung der Weinwirtschaft. Dies wird erst mit der beginnenden Neuzeit anders. Denn erst die mit dem Jahr 1500 einsetzende Überlieferung der Rechnungsbücher (FN 19) ermöglicht tiefere Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte der Abtei im Allgemeinen und die Weinwirtschaft im Besonderen. Jetzt lassen sich Einzelheiten zum Umfang der Anbauflächen, zur Art der Bewirtschaftung, zum Personalsystem und dem Weinabsatz der Abtei erkennen. Aus diesem Grund konzentriert sich die folgende Untersuchung auf das 16. Jahrhundert. Ausgehend von einem kurzen Überblick über die mittelalterliche Geschichte der Abtei und ihres Grundbesitzes sollen im folgenden Struktur und Organisation der Weinwirtschaft vorgestellt werden. In einem Exkurs werden abschließend Auswirkungen des Bauernkrieges auf die Weinwirtschaft der Abtei aufgezeigt.

